Der Paketdienstleister TNT Express kann sich von dem hohen Wettbewerbsdruck insbesondere im zentralen Europa-Geschäft nicht befreien. Der Umsatz ging im ersten Quartal weiter zurück. Das Ergebnis spiegelt diese Entwicklung jedoch nicht wider. Den Nettogewinn konnten die Niederländer wegen einer Strafzahlung von UPS nach der gescheiterten Übernahme vervielfachen.
Im Zeitraum von Januar bis März sank der Umsatz des Konkurrenten der Deutschen Post um 4,5 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wurde dagegen auf 231 Millionen Euro nahezu vervierfacht. Darin enthalten waren 200 Millionen Euro von UPS. Das Nettoergebnis kletterte entsprechend von 15 auf 144 Millionen Euro.
Für den weiteren Jahresverlauf sieht TNT kaum Besserung. Im Bereich Europa, Naher Osten, Asien werde das schwache konjunkturelle Umfeld das operative Ergebnis weiter belasten, teilte das Unternehmen mit. Die Region Asien-Pazifik wird es auch nicht richten können, hier geht TNT von einer stabilen Entwicklung zum Vorjahr aus. Einzig in Brasilien dürften die Verluste etwas eingedämmt werden.
Nach der am Widerstand der Kartellbehörden gescheiterten Fusion mit dem US-Logistikriesen UPS kündigte TNT Express vor gut einem Monat harte Einschnitte an, aber auch hohe Investitionen. Bis Ende 2015 sollen weltweit 4.000 Stellen gestrichen werden. So wollen die Niederländer dem harten Wettbewerb und dem Preisdruck begegnen. Das "Deliver" titulierte Programm soll 2015 Einsparungen von 220 Millionen Euro bringen. Die Kosten beziffert TNT auf etwa 150 Millionen Euro. Dazu sollen etwa 200 Millionen Euro in die Infrastruktur und die Informationstechnologie fließen.
Den Schwerpunkt legt der Konzern künftig auf die Aktivitäten in Europa. Die Geschäfte sowohl China als auch in Brasilien werden verkauft. Die Kapazitäten in der interkontinentalen Luftfracht sollen verringert werden.
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April 29, 2013 02:32 ET (06:32 GMT)
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