In dieser Woche finden gleich zwei wichtige Notenbanktermine statt: Am Mittwoch wird die amerikanische Notenbank ihr Sitzungsergebnis veröffentlichen und am Donnerstag folgt die EZB.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die EZB die Leitzinsen bereits bei dieser Sitzung auf 0,5 Prozent senken könnte. Als Grund für diese mögliche Entscheidung wird genannt, dass zuletzt schwache Konjunkturdaten veröffentlicht wurden und dass damit die Stärke der Rezession in einigen Ländern sowie die Rezessionsgefahren in anderen Ländern der EU weiter zunehmen. Ermöglicht würde eine solche Zinssenkung, da die Inflation in der Euro-Zone zurückgeht. Das Gerücht selbst ist nach Äußerungen des EZB-Vizepräsident Vitor Constancio entstanden. In einer Rede vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel betonte er, dass die EZB zu handeln bereit sei, falls es weitere schlechte Nachrichten zur wirtschaftlichen Situation gebe. Die EZB verfüge noch über Handlungsspielraum, fügte er hinzu. Es wird also spannend am Donnerstag.
Fed-Statement
Bei der Entscheidung der amerikanischen Notenbank tags zuvor geht es nicht um Zinsschritte, sondern um die Frage, ob sich im Statement der Fed zur Zinssitzung neue Hinweise auf ein mögliches Ende der ultralockeren Geldpolitik finden. In diesem Zusammenhang ist es höchst interessant, dass der S&P500 wieder an seinem Bewegungshoch angelangt ist. Es handelt sich um den jüngsten Versuch, den er beim Angriff auf das Allzeithoch ausgebildet hat. Wir wissen zwar nicht, ob die Fed auf die Indizes achtet, aber gerade jetzt wäre ein höchst ungünstiger Zeitpunkt, die Märkte zu verunsichern. Denn nach wie vor gilt: Wenn der S&P500 nachhaltig scheitert, müssen wir unter Umständen auch mit deutlich tieferen Kursen rechnen!
Dazu der S&P500 Chart:

Der S&P500 hat erneut sein ehemaliges Allzeithoch bei 1.576,09 Punkten überwinden können. Offensichtlich wollen sich die Bullen noch nicht geschlagen geben. Nun muss er aber im zweiten Versuch nicht nur das Niveau des Allzeithochs, sondern auch noch das vor wenigen Wochen ausgebildete neue Hoch bei 1.597 Punkten und im Anschluss die 1.600er Marke überwinden.
Sollte dies geschehen, gibt es erst einmal zwei Möglichkeiten:Wenn es anschließend zu einer Wiederaufnahme der dynamischen Aufwärtsbewegung unter steigenden Umsätzen kommen sollte, wäre dies ein höchst bullishes Zeichen. In diesem Fall müssten wir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass der Ausbruch aus der großen Seitwärtsbewegung, die im S&P500 bereits mehr als 15 Jahre andauert, nachhaltig gelungen ist.
Allerdings könnte es auch sein, dass Bullen und Bären trotzdem noch eine Weile um diese Marke von 1.576 1.600 Punkten kämpfen. Dann bleibt die Situation ersteinmal unentschieden.
Sollten die Kurse aber jetzt schon an dem Hoch bei 1.597 Punkten scheitern und anschließend wieder unter die 1.576-Punkte-Marke fallen, wird es direkt bearisher.
Eigentlich ist alles ganz einfach, und so wird auch verständlich, warum die amerikanische Notenbank gerade jetzt den Markt nicht verunsichern sollte und es wahrscheinlich auch nicht tun wird.
Viele Grüße
Jochen Steffens
