Der Profiküchenausstatter Rational steckt die Euroschuldenkrise gut weg. Der MDAX-Konzern hat zum Jahresauftakt dank eines starken Auslandsgeschäfts kräftig zugelegt. In Europa allerdings hakt es. "Wir sind in Europa praktisch nicht gewachsen", räumte Vorstandsvorsitzender Günter Blaschke im Gespräch mit Dow Jones Newswires ein. Besserung sei aber in Sicht.
Weltweit geht Rational für das Geschäftsjahr 2013 weiterhin von einem hohen einstelligen Wachstum bei Umsatz und Ergebnis aus. In Europa, wo die Marktdurchdringung bereits sehr hoch ist, soll der im Zuge der Euroschuldenkrise verlangsamte Kapazitätsausbau nachgeholt werden. "Wir haben uns seit 2010 mit dem Aufbau der Vertriebsstrukturen zurückgehalten", sagte Blaschke.
Stattdessen waren die Investitionen der Landsberger in den letzten Jahren auf die Schwellenländer gerichtet, was sich im Auftaktquartal auszahlte: Trotz der Flaute in Europa kletterte der Konzernumsatz um 7 Prozent auf 104 Millionen Euro. Vor allem Asien legte mit 21 Prozent kräftig zu, aber auch die Vertriebsregion Amerika schaffte mit 6 Prozent ein solides Wachstum.
Der Gewinn konnte zum Jahresstart mehr als Schritt halten. Dank Verbesserungen bei der Effizienz legte das operative Ergebnis um 8 Prozent auf 24,7 Millionen Euro zu und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Vom Umsatz verblieben wie im Vorjahr 24 Prozent als operativer Gewinn im Unternehmen. Unter dem Strich verdiente Rational 1,64 Euro je Aktie, ein Plus von 9 Prozent.
Europa bleibt der wichtigste Markt mit einem Umsatzanteil von etwa 62 Prozent. Aber im Rest der Welt gibt es noch viele brach liegende Felder zu beackern. "Wenn unsere Marktdurchdringung in der ganzen Welt so hoch wäre wie in Europa, würde der Umsatzanteil Europas im Konzern noch mindestens 40 Prozent ausmachen".
In Europa führt für die Kunden kaum ein Weg an Rational vorbei. Allein in Deutschland haben die Landsberger einen Marktanteil von rund 60 Prozent. "Einen wirklichen Hauptkonkurrenten gibt es nicht", sagt Blaschke. "Wir haben fünf Mal so viel Marktanteil wie der nächstgrößere Konkurrent", so der Manager.
Das hat das 1973 gegründete Unternehmen, das eine große Bandbreite an Einrichtungen von Restaurants und Kantinen über Schulen bis zu Fastfood-Ketten zu ihren Kunden zählt, aus eigener Kraft geschafft. Auf Übernahmen verzichtet Rational komplett. Auch konzentrieren sich die Landsberger auf Kochgeräte für Profiküchen, und das soll so bleiben. Über eine Diversifizierung hin zu Geschirrspülern und Möbel oder gar in Richtung Geräte für die Küche zu Hause wird nicht nachgedacht.
Trotz des hohen Marktanteils in Deutschland und Europa treibt Blaschke nicht die Sorge um, der Markt könnte irgendwann gesättigt sein. "Das Wachstumspotenzial schaffen wir uns durch Innovationssprünge selbst," sagte der Manager.
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May 08, 2013 05:00 ET (09:00 GMT)
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