Von Hiroyuki Kachi
TOKIO--Der Reifenhersteller Bridgestone hat im ersten Quartal zwar von einem schwachen Yen profitiert und seinen Gewinn gesteigert, bleibt bei seinen Prognose aber vorsichtig. Der japanische Konzern ließ seinen Jahresausblick unverändert. Der weltgrößte Reifenhersteller nach Volumen steigerte sein operatives Ergebnis im Zeitraum von Januar bis März um 18 Prozent auf 75,5 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 581 Millionen Euro. Der Nettogewinn konnte allerdings wegen einer höheren Steuerbelastung als im Vorjahr nicht Schritt halten, er wuchs nur um 2,2 Prozent auf 43,11 Milliarden Yen. Der Umsatz kletterte um 9,4 Prozent auf 795 Milliarden Yen.
Die soliden Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie ein schwächerer Yen die Ergebnisse eines stark exportorientierten Unternehmens aus Japan beflügeln kann, obwohl die Schuldenkrise in Europa eigentlich belastend wirkt. Besonders zeigt sich der Effekt bei den höhermargigen Produkten, die Bridgestone anbietet. Dazu zählen etwa Großreifen, wie sie bei Minenfahrzeugen zum Einsatz kommen, und sogenannte "Run-Flat"-Reifen, die trotz Beschädigung noch gefahren werden können.
Im Lichte einer wirtschaftlichen Erholung hätten in Nordamerika die Verkäufe von Reifen für Pkw und Pickup-Trucks zugelegt, teilte Bridgestone mit. In China ging es sogar noch stärker nach oben, während die Absätze in Europa insbesondere wegen der geringeren Nachfrage der Autohersteller zurückgingen.
Das schwierige Umfeld in Europa haben auch die Konkurrenten zu spüren bekommen. So verbuchte die Continental AG einen recht holprigen Jahresstart mit einem operativen Gewinnrückgang um 10 Prozent, was vor allem daran lag, dass die europäischen Kunden weiterhin einen großen Bogen um die Autohäuser machen. Pirelli musste im Auftaktquartal sogar einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften, auch Michelin ist schwach ins Jahr gestartet.
Trotz des guten Ergebnisses ließ Bridgestone seine vor drei Monaten ausgegebene Prognose unverändert. Das Nettoergebnis soll das Rekordniveau von 235 Milliarden Yen erreichen, was einem Plus von 36,7 Prozent zum Vorjahr entspräche. Der Umsatz soll um 16,8 Prozent auf 3,55 Billionen Yen zulegen.
Bridgestone geht weiter davon aus, dass der Dollar weiterhin im Durchschnitt 89 Yen und der Euro 119 Yen kosten wird. Das wären günstigere Wechselkurskonditionen als im abgelaufenen Jahr mit 93 und 113 Yen für Greenback und Euro. "Alles läuft wie geplant", sagte eine Bridgestone-Sprecher.
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May 08, 2013 06:48 ET (10:48 GMT)
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