(neu: Analystenkommentare von Equinet und JPMorgan, Schlusskurse)
FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Stahlwerte haben am Freitag nach
Quartalszahlen von ArcelorMittal
Trotz der weiter trüben Wirtschaftslage in Europa macht der weltgrößte Stahlhersteller weiter Hoffnung auf bessere Ergebnisse. Der Konzern bestätigte seine Prognose, wonach der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in diesem Jahr über den 7,1 Milliarden US-Dollar von 2012 liegen werde. Im ersten Quartal war das EBITDA noch um gut ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf knapp 1,6 Milliarden Dollar abgesackt. Im zweiten Jahresviertel soll es nun aber wieder nach oben gehen, versprach Vorstandschef Lakshmi Mittal.
ANALYST ERWARTET SOLIDE ZAHLEN VON THYSSENKRUPP
"Endlich eine positive Überraschung bei den Resultaten und den
Unternehmensprognosen", kommentierte Commerzbank-Analyst Ingo-Martin
Schachel die Zahlen. Er hält das EBITDA-Ziel des Konzerns für 2013
zwar nach wir vor für ambitioniert, aber für eventuell erreichbar.
Seine Einstufung lautet weiterhin "Hold" mit einem Kursziel von 11
Euro. Mit Blick auf die einzelnen Sparten von ArcelorMittal hätten
die Kohlenstoff-Flachstahl-Bereiche zur Gewinnüberraschung
beigetragen, während die Langstahl-Segmente seine Schätzungen leicht
verfehlt hätten. Diese Aufteilung stehe im Einklang mit den
schwachen Resultaten von Salzgitter
Die US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung für ArcelorMittal auf "Overweight". Der Stahlkonzern habe mit dem EBITDA die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Alessandro Abate. Das Ergebnis je Aktie (EPS) sei hingegen schwächer ausgefallen. Die Restrukturierungsbemühungen zahlten sich aus und die Jahresziele seien bestätigt worden.
SALZGITTER PROFITIEREN NACH KURSRUTSCH AUCH VON HOCHSTUFUNG
Die ThyssenKrupp-Papiere zogen im Dax
Diesen Kursrückgang nahm Analyst James Gurry von der Credit Suisse dann auch zum Anlass, die Titel bei einem unveränderten Kursziel von 42 Euro von "Neutral" auf "Outperform" hochzustufen, was den Aktien einem Händler zufolge zusätzlichen Auftrieb verlieh. Mit der Gewinnwarnung seien die schlechten Nachrichten für Salzgitter nun vom Tisch, schrieb Gurry in der Studie. Zudem liege der Kurs unter dem Wert des Working Capital. Dem Kerngeschäft werde daher auf dem aktuellen Bewertungsniveau kein Wert beigemessen. Zudem gebe es eine Reihe positiver Kurstreiber, wie Aussagen zur Restrukturierung mit vermutlich hohen Kostensenkungszielen sowie mögliche Aufträge für die South-Stream-Pipeline.
SALZGITTER-PROGNOSEANPASSUNG NICHT DRAMATISCH
Bei der Investmentbank Equinet hieß es, die Prognoseanpassung
von Salzgitter sei angesichts des Umsatzvolumens des Stahlkonzerns
nicht so dramatisch. Nehme man die Bilanz als Maßstab, sei der
Konzern weiterhin attraktiv bewertet. Denn die Nettobarmittel und
die Beteiligung an Aurubis
ISIN DE0007500001 DE0006202005 LU0323134006 DE000KC01000
AXC0192 2013-05-10/18:02
