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Steigt der DAX nun auf 10.000 Punkte?

von Jochen Steffens

Hinweis: Aufgrund des Feiertags erscheint der nächste Steffens Daily am Montag, den 13.05.2013.

Beenden wir diese Woche, indem wir noch einen kurzen Blick auf die Chartanalysen zum DAX, Euro und Gold werfen:

DAX steigt noch bis 8.413 Punkte

Ich weiß, der Chart ist etwas überfüllt und wirkt auf den ersten Blick undurchsichtig. Aber es ist ganz einfach: Im Moment befinden wir uns in dem Rechteck (blau) zwischen 7.447 und 8.413 Punkten. Nach der Target-Trend-Methode ist nicht das Allzeithoch die entscheidende Marke, sondern die nächst höhere Rechteckkante bei 8.413 Punkten. Sie erinnern sich: Ich hatte prognostiziert, dass nach dem Überwinden der blau gestrichelten Mittellinie des Rechtecks das nächste Kursziel eigentlich bei eben dieser Marke liegt. Der DAX rast nun auch höchst dynamisch darauf zu.

Schauen Sie sich aber die vielen weißen Kerzen der vergangenen Tage an, das sieht natürlich nicht gesund aus. Der DAX ist sicherlich stark überkauft und wir müssen spätestens an dieser Marke mit einem Konsolidierungsversuch rechnen!

Die Prognosen nach der Target-Trend-Methode

Die bearishe Variante:

Sollte der DAX die 8.413-Punkte-Marke nicht mehr erreichen und anschließend auch noch unter die untere Rechteckkante bei 7.447 Punkten fallen, wäre dies ein klares Verkaufssignal! Vorsichtig sollte man schon dann werden, wenn die blau gestrichelte Mittelinie bei 7.930 Punkten nachhaltig unterboten wird.

Die bullishe Variante 1. Teil

Sollte der DAX bei der aktuellen Dynamik auch noch die 8.413er Marke überwinden, dann ist das darauf folgende höhere Rechteck aktiv. Das heißt, die Rally kann danach direkt weiter bis zur 9.379-Punkte-Marke laufen (siehe aber Chart weiter unten). Hier liegt die nächste Rechteckkante. Sollte es der DAX auch bis dahin noch schaffen, dann wird er auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die 10.000-Punkte-Marke sehen wollen.

Die bullishe Variante 2. Teil

Die im Moment wahrscheinlichste Variante ist aber, dass er bis an die 8.413er Marke läuft, dort vielleicht sogar aufgrund der hohen Dynamik ins höhere Rechteck eindringt, dann aber scheitert und wieder zur Mittellinie bei 7.930er Punkten läuft. Anschließend, nach einer Orientierungsphase, kann dann erneut ein Ausbruchsversuch gestartet werden.

Wichtiger Hinweis:

Und hier erleben Sie übrigens gerade live, einen Punkt, in dem die Target-Trend-Methode der klassischen Charttechnik massiv überlegen ist. Nach klassischer Charttechnik ist der Bereich über einem Allzeithoch frei von waagerechten Widerständen. Solche Widerstände können schließlich nur dort auftauchen, wo die Kurse schon einmal gewesen sind.

Die Target-Trend-Methode schafft es aber, auch den Bereich über einem Allzeithoch zu organisieren und selbst dort genaue Vorgaben festzulegen, wie sich der Kurs verhalten sollte und aus diesem Verhalten weitere Prognosen abzuleiten.

Kurz: Die Anhänger der klassischen Charttechnik müssen nun ohne ein wichtiges Hilfsmittel, die waagerechten Widerstände, auskommen. Bei der Target-Trend-Methode laufen diese Linien einfach weiter, schließlich ist die Projektion dieser Linien Grundlage der Methode.

Eine Betrachtung nach der klassischen Chartmethode

Allerdings ist noch ein wichtiger Trendkanal zu beachten, der oben in dem Target-Trend-Methode-Chart zwar eingezeichnet ist, den ich aber aufgrund seiner Signifikanz und der Übersichtlichkeit noch einmal alleine darstellen möchte:

Sie erkennen hier den großen dominanten Aufwärtstrendkanal des DAX seit 2009.

Somit besteht durchaus die Möglichkeit, dass der DAX bis an die obere Linie dieses Trendkanals läuft, dort scheitert und anschließend wieder deutlicher zurückfällt! Dieses Szenario dürfen Sie nicht aus den Augen verlieren!

Fazit

Und so muss man die bullishe Variante Teil 1 wie folgt abwandeln: Sollte der DAX bei der aktuellen Dynamik auch noch die 8.413er Marke überwinden, dann wird das darauffolgende höhere Rechteck aktiviert. Allerdings befindet sich in diesem die aktuelle obere Trendlinie des zurzeit dominanten Aufwärtstrends. Da die Kurse angesichts der vielen weißen Kerzen bereits "übertreiben", steigt die Wahrscheinlichkeit, dass an dieser Grenze erst einmal Schluss ist.

Euro läuft entlang idealtypischer Prognoselinien

Der Euro/Dollar-Chart hält sich bisher an die Prognoselinie, die den idealtypischen Verlauf einer großen W-Formation als Boden-Formation innerhalb der großen Seitwärtsbewegung zwischen ca. 1,20 und 1,50 Dollar darstellt. Demnach kann es auf dem aktuellen Niveau noch einige Wochen zu Kursfluktuationen um die 1,30er Marken kommen. Dann jedoch muss sich jedoch der Euro entscheiden. Fällt er zurück, wird diese hier eingezeichnete Variante fortgeführt werden. Steigt er jedoch weiter an und überwindet die 1,35er Marke (hier befindet die Mittellinie dieser Seitwärtsbewegung), muss damit gerechnet werden, dass die Kurse vergleichsweise zügig in Richtung 1,50 Dollar weiter ansteigen.

Während also der Anstieg bis zu 1,30er Marke vorhersehbar gewesen ist, müssen Sie aktuell abwarten, für welche Richtung sich der Euro entscheidet. Wenn er aber eine Richtung erkennbar einschlägt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er diese auch erst einmal bis zu den genannten Marken fortsetzt.

Gold schließt Kurslücke

Ähnlich sieht die Situation beim Gold aus:

Gold hat nun doch noch das Gap (Kurslücke) geschlossen. Auch hier gilt jetzt folgendes: Kommt es jetzt wieder zu dynamisch fallenden Kursen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die 1.260er Marke angelaufen wird. Diese Gefahr besteht aber auch bei jedem anderen Kursverlauf und zwar so lange, bis die 1.525er Marke wieder zurückerobert wird.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

© 2013 Börse-Intern
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