Wegen anhaltend niedriger Zinsen hat der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) zum Jahresstart einen herben Gewinneinbruch verbucht. Im ersten Quartal 2013 ging das Ergebnis auf 39,2 Millionen Euro zurück - nach 66,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wie W&W am Montag mitteilte, machte der Gruppe neben Investitionen vor allem das niedrige Zinsniveau auf den Finanzmärkten zu schaffen. Sie hatte zuvor bereits ihre Gewinnziele für die kommenden Jahre kassiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet W&W nur noch mit einem Gewinn von 125 Millionen Euro. Ursprünglich hatte der Konzern eine Viertelmilliarde angestrebt.
"Die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank zementiert die Phase des billigen Geldes weiter", erklärte der Vorstandsvorsitzende Alexander Erdland. "Damit verschärft sich der Handlungsdruck für die Anbieter finanzieller Vorsorge." Niedrige Zinsen setzen W&W auch deswegen zu, weil sie die finanzielle Vorsorge aus Verbrauchersicht weniger attraktiv erscheinen lassen.
Die Gruppe reagiert darauf mit einem verschärften Sparkurs. Der Abbau von 800 Arbeitsplätzen sei bereits angelaufen, teilte W&W mit. Er soll schrittweise bis 2016 abgeschlossen sein. Ziel sei es, die jährlichen Kosten um rund 140 Millionen Euro zu senken. Die volle Summe soll ab 2016 eingespart werden. Im eingelösten Neugeschäft beim Bausparen lief es indes noch rund: In den ersten drei Monaten dieses Jahres legte die Bausparsumme deutlich um sechs Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro zu./lan/DP/kja
AXC0092 2013-05-13/11:31
