Von Robb M. Stewart und Alex MacDonald
Der Rohstoffkonzern BHP stutzt seine Investitionspläne und drückt auf die Kostenbremse. Bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt legt der neue Chef Andrew Mackenzie bereits die Hand auf die Kasse: Angesichts der zuletzt eher mageren Renditen aus großen Projekten wie Schiefergas, die von Aktionären kritisiert wurden, soll das Geld künftig weniger verschwenderisch investiert werden.
In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte Mackenzie, die Investitionen des weltgrößten Minenkonzerns nach Marktwert würden in den kommenden Jahren "sehr deutlich" zurückgefahren. Im noch bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahr dürften sie einen Spitzenwert von 22 Milliarden US-Dollar erreichen.
Große Aktionäre wie BlackRock und andere hatten zuletzt die massiven Investitionen großer Minenkonzerne hinterfragt, mit denen die Kapazitäten immer weiter steigen und immer mehr Eisenerz und andere Mineralien auf den Markt kommen, obgleich die Preise gefallen sind.
Mackenzie erklärte, sein Ziel sei es, in den Geschäften, die von Öl- und Gasfeldern in den USA über Kupferminen in Chile bis hin zu Eisenerzvorkommen in Westaustralien reichen, erhebliche Mittel freizusetzen. Jede BHP-Sparte müsse für sich alleine stehen können und Geld abwerfen, und müsse mit anderen Geschäften um künftige Investitionen wetteifern.
"Wenn ein Projekt, eine Region oder ein Rohstoff nicht die richtige Rendite abwirft, werden wir unser Kapital umleiten oder wir werden einfach nicht investieren", sagte der neue CEO am Dienstag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. "Wir schaffen eine Möglichkeit, um den Aktionären mehr Kapital zurückzugeben und das ist die Bilanz, die unbedingt stimmen muss."
Die im Laufe des vergangenen Jahren begonnenen Bestrebungen zur Kostensenkung will Mackenzie fortsetzen, aber auch die Investitionen abspecken. Projekte und Assets sollen stärker miteinander konkurrieren, um sich einen Anteil am kleineren Kapitalpool zu sichern. Damit sollte BHP in der Lage sein, eine "höhere Durchschnittsrendite aus kleineren Zusatzinvestitionen zu erzielen", sagte der Manager.
Die Investitions- und Explorationsausgaben sollen im kommenden Geschäftsjahr auf rund 18 Milliarden US-Dollar sinken und danach weiter zurückgehen.
Der Manager übernahm am vergangenen Freitag die Spitzenposition bei BHP Billiton von dem Südafrikaner Marius Kloppers. Kloppers hatte den britisch-australischen Rohstoffriesen fünfeinhalb Jahre geführt und wird BHP noch bis Oktober als Berater zur Seite stehen. Bereits im April hatte Mackenzie eine verschlankte Managementstruktur präsentiert, bei der eine Managementebene wegfällt, sodass jetzt mehr Manager direkt an ihn berichten.
Auch andere große Minenkonzerne müssen sich angesichts fallender Mineralienpreise und der abkühlenden Nachfrage in China, einem wichtigen Konsumenten unter anderem von Eisenerz, bei ihren Ausgaben einschränken. Rio-Tinto-CEO Sam Walsh, der den Rohstoffkonzern seit Januar führt, will bis Ende 2014 insgesamt mehr als 5 Milliarden US-Dollar einsparen.
Auf der Branchenmesse in Spanien kündigte Walsh den Verkauf weiterer nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte und die Ausweitung der Produktion an. Die Betriebskosten sollen bis Ende 2014 um 3 Milliarden gesenkt werden, davon dürften in diesem Jahr bereits 2 Milliarden Dollar erzielt werden, sagte er. Zudem sollen bis Jahresende 750 Millionen Dollar bei der Exploration und Bewertung von Förderstätten gespart werden.
"Wir sind auf einem guten Weg, das zu erreichen", sagte Walsh. Über ein Drittel davon sei bereits im ersten Quartal umgesetzt worden. Die Investitionen will Rio Tinto in diesem Jahr um rund 4 Milliarden auf 13 Milliarden Dollar zurückfahren.
Die frisch fusionierte Glencore Xstrata hat ebenfalls versprochen, Kosten zu senken. Im Zuge der Integration sollen Arbeitsplätze abgebaut werden, indem doppelte Strukturen beseitigt und die Unternehmensstruktur gestrafft wird. Das Unternehmen will mindestens 500 Millionen Dollar an jährlichen Synergien heben.
Laut Mackenzie von BHP hat sich der Ausblick für die Nachfrage inzwischen verbessert und die Sorgen um Überkapazitäten im Markt seien überzogen. Europa sei der Nachzügler, dagegen sei vor allem die USA gesünder, auch dank des Anstiegs der heimischen Ölförderung, der der US-Wirtschaft helfe.
BHP hat in den vergangenen Jahren mehrere zehn Milliarden Dollar in die Expansion seiner Minen- und Energiegeschäfte investiert. Gut 80 Prozent der Großprojekte, die derzeit noch entwickelt werden, wie die Expansion der Eisenerzkapazitäten in der westaustralischen Pilbara-Region, würden bis Mitte 2014 abgeschlossen, sagte Mackenzie.
Künftig will der Konzern in vier Säulen investieren: Erdöl, Kupfer, Eisenerz und die zur Stahlherstellung benötigte metallurgische Kohle. Eine fünfte Säule werde von BHP derzeit noch in Erwägung gezogen, sagte der Manager. Ob das 10 Milliarden Dollar schwere Kaliprojekt der Jansen-Mine in Kanada fortgesetzt werde, müsse auch noch entschieden werden.
Mackenzie geht mit guten Beispiel voran. Der Manager erhält ein Grundgehalt, das rund ein Viertel niedriger ist als das seines Vorgängers Kloppers. Auch das Bonuspaket ist restriktiver. Die Vergütung der Manager werde an das Erreichen der Konzernziele geknüpft, sagte er.
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May 14, 2013 10:04 ET (14:04 GMT)
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