Von Sam Schechner
PARIS--Der französische Medien- und Telekomkonzern Vivendi hat im ersten Quartal rund ein Viertel weniger verdient. Vor allem der scharfe Rückgang der Mobilfunkumsätze drückte auf die Bilanz. Die Entwicklung unterstreicht den Kurs der Vivendi SA, Telekom-Assets los zu schlagen und sich statt dessen auf das Mediengeschäft zu konzentrieren.
Der Nettogewinn fiel auf 534 Millionen Euro, nach 693 Millionen im Vorjahresquartal. Bereinigt verdiente der Pariser Konzern vor Zinsen und Steuern mit 1,34 Milliarden Euro noch 17 Prozent weniger. Das lag vor allem an Vivendis Sorgenkind, der ins Trudeln geratenen französischen Mobilfunktochter SFR. Das bereinigte EBIT wird von Analysten besonders beachtet.
Vivendi nannte am Dienstag allerdings keine weiteren Details ihres Strategiewechsels. Der Konzern prüft derzeit zwei bindende Gebote für ihre Beteiligung an der afrikanischen Maroc Telecom sowie eine mögliche Abspaltung oder einen Börsengang von SFR.
Dank steigender Umsätze im Mediengeschäft, zu dem die Plattenfirma Universal Music, der Bezahlsender Canal Plus und der Videospiele-Produzenten Activision Blizzard gehören, konnten Rückgänge bei anderen Geschäften aber fast komplett ausgeglichen werden. Die Konzerneinahmen lagen mit 7,05 Milliarden Euro lediglich 1 Prozent unter Vorjahr.
Bei SFR war Vivendi wegen eines brutalen Preiskriegs gezwungen, im Auftaktquartal die Preise zu senken. Den Preiskrieg hatte der Billiganbieter Iliad entfacht, der im Januar 2012 auf dem französischen Heimatmarkt an den Start ging. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach bei SFR um 25 Prozent auf 702 Millionen Euro ein.
Grund zur Freude gab dagegen der Videospiele-Produzenten Activision Blizzard, dessen Umsatz und EBIT um jeweils gut 12 Prozent auf 1 Milliarde bzw 442 Millionen Euro zulegten.
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May 14, 2013 13:05 ET (17:05 GMT)
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