Von Madeleine Nissen
Der Deutschen Börse ist die Lust auf Fusionen vergangen. Die Frage eines Aktionärs, ob er sich wieder einen Zusammenschluss mit dem transatlantischen Wettbewerber NYSE Euronext vorstellen könne, beantwortete Vorstandschef Reto Francioni auf der Hauptversammlung am Mittwoch mit einem "klaren Nein".
Die Deutsche Börse hat bereits zweimal versucht, das Europageschäft der NYSE Euronext zu übernehmen und war jeweils gescheitert. Trotzdem wird unverdrossen über ein anhaltendes Interesse an der Sparte Euronext spekuliert. Schon Anfang des Jahres hieß es allerdings aus informierten Kreisen, dass ein neuer Übernahmeversuch für die Frankfurter aktuell nicht in Frage kommt. Der Konkurrent habe deutlich an Attraktivität eingebüßt, hatte ein Informant erklärt. So habe die Euronext ihr Abwicklungsgeschäft für sechs Jahre an ein anderes Clearinghaus vergeben. Damit würden sich derzeit keine Synergien mit der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream in diesem Bereich ergeben.
Wie mit der Sache vertraute Personen sagten, fährt der Börsenbetreiber NYSE Euronext bei der Trennung von seinem Europageschäft aktuell zweigleisig: Für die Tochter Euronext, die bereits das Interesse von Private-Equity-Bietern geweckt hat, wird sowohl ein Verkauf als auch eine Abspaltung erwogen. Der Betreiber der New Yorker Börse muss sich von der Euronext-Sparte trennen, um sich wie geplant von dem Wettbewerber IntercontinenalExchange (ICE) für rund 10 Milliarden US-Dollar übernehmen zu lassen.
--Mitarbeit: Tim Cave and Michelle Price
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May 15, 2013 07:35 ET (11:35 GMT)
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