Die Ölpreise haben am Donnerstag trotz überraschend guter Konjunkturdaten aus Japan leicht nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Juni-Lieferung kostete gegen Mittag 103,05 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Vortag. Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete 93,43 Dollar und war damit 87 Cent günstiger. Die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI hat sich auf knapp 10 US-Dollar ausgeweitet.
Ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum in Japan habe bisher keine Kauflaune am Ölmarkt wecken können, hieß es von Händlern. Vielmehr wirkten die enttäuschenden Wachstumsdaten aus der Eurozone vom Vortag nach. Die Sorge vor einer sinkenden Rohöl-Nachfrage in Europa setze die Preise nach wie vor unter Verkaufsdruck, hieß es weiter. Auch die schlechten Daten des US-Frühindikators Empire State Index vom gestrigen Nachmittag machten sich bemerkbar.
Als preisbelastend erwies sich außerdem der wöchentliche Lagerbericht des US-Energieministeriums vom Mittwoch, schreiben Rohstoffexperten der Commerzbank in einem Kommentar. Obwohl die Rohöllagerbestände in den USA in der letzten Woche gefallen sind, liegen sie noch immer knapp unter dem Rekordhoch. Ebenfalls preisbelastend ist laut Commerzbank der kräftige Anstieg der Benzinlagerbestände um 2,6 Millionen Barrel. Der Großteil des Lageraufbaus erfolgte an der US-Ostküste, mit nahezu 10 Millionen Barrel höheren Benzinvorräten als im Vorjahr.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist erneut gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 99,66 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells./hossb/jsl
AXC0159 2013-05-16/13:09
