Der von der EU verlangte Verkauf der verstaatlichten österreichischen Bank Kommunalkredit Austria ist gescheitert. Als Grund gaben das Institut und die stattliche Bankenbeteiligungsgesellschaft Fimbag am Donnerstag an, dass die Gebote zu niedrig gewesen sein. "Eine für die Aktionäre wertwahrende Veräußerung der Kommunalkredit Austria war aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten nicht möglich", hieß es. Die Kommunalkredit Austria bleibe damit im Eigentum des Landes.
Bis Ende Juni müsste Österreich das Institut eigentlich verkaufen. Kommunalkredit Austria ist der profitable Teil der in der Finanzkrise 2008 kollabierten Kommunalkreditgruppe, Die Bank hat 287 Mitarbeiter. Nun könnte die EU die Abwicklung erzwingen. Doch das will Österreich verhindern.
Die Republik beantragte deshalb in Brüssel, von der Bestellung eines Treuhänders für die Kommunalkredit Austria abzusehen. Als Gegenleistung sicherte die Politik zu, dass das Institut das Neugeschäft ganz einstellt. Eine Antwort steht noch aus.
Österreich verweist darauf, dass es im ganzen Verlauf der Bankenkrise in Europa bis jetzt kaum vorgekommen sei, dass die EU über einen Treuhänder einen Verkauf durchgezogen habe. Einen EU-Berichterstatter hat die Bank schon lange im Haus sitzen.
Beim Verzicht aufs Neugeschäft geht es in der Bank jährlich um dreistellige Millionenbeträge, in den letzten Jahren wurden pro Jahr etwa 300 bis 400 Millionen Euro an neuen Finanzierungen vergeben. Der aktuelle Kreditbestand beläuft sich auf rund 10 Milliarden Euro.
Der Kommunalkredit-Austria-Buchwert lag zuletzt bei 200 Millionen Euro. Der Bund hatte für 2013 einen Verkaufserlös von 250 Millionen Euro eingeplant. Die Bank hatte nach einem Start-Einsatz vom Staat in Höhe von 250 Millionen Euro bei der Teilung der alten Kommunalkredit kein weiteres Staatsgeld mehr bekommen.
Ganz anders ihre staatliche Bad-Bank-Schwester KA Finanz. Sie musste nach einer Milliarde Griechenland-Verlust zuletzt im Frühjahr 2012 rekapitalisiert werden. Diese Sparte ist ganz auf Abbau eingestellt. Ende 2012 lagen immer noch 13,6 Milliarden Euro an Risiken der alten Kommunalkreditgruppe in der Bilanz. Zur Zeit der Notverstaatlichung waren Risikowertpapiere und Derivate von 30 Milliarden Euro in die KA Finanz ausgelagert worden.
Auf Hochtouren laufen derweil die Verhandlungen über den Verkauf der Österreich-Bank der Ende 2009 notverstaatlichten Hypo Alpe Adria. Ein ursprünglich für diesen Freitag erhoffter Aufsichtsratsbeschluss über einen Zuschlag musste aber verschoben werden - zunächst dem Vernehmen nach auf Mitte bis Ende kommender Woche.
Trotz Dementi aus Kalkutta ist in der Finanzbranche weiter die indische Srei-Gruppe für die Klagenfurter Bank favorisiert. Es soll bis zu acht Interessenten gegeben haben. Bei allen geprüften Offerten werde auf einen Erhalt der Bank geachtet, heißt es. Zuletzt waren wieder Standortsorgen in Kärnten aufgekommen.
Klar ist aber auch bei der Hypo, dass die Österreich-Bank (Ende 2012 rund 3,8 Milliarden Euro Bilanzsumme, 16 Filialen, 453 Mitarbeiter) nur mit einem deutlichen Abschlag verkauft werden kann. Als Erlös dürften deutlich weniger als hundert Millionen Euro herausspringen, heißt es./rf/gru/APA/enl/he
AXC0303 2013-05-16/18:55
