Von Hans Bentzien
Die Preise deutscher Wohnimmobilien sind am Beginn des zweiten Quartals deutlich kräftiger als zuvor gestiegen. Der von Europace auf Basis privater Immobilienfinanzierungen berechnete Preisindex lag im April um 5,6 Prozent über dem Niveau von April 2012. Im März und Februar hatten die Jahresteuerungsraten bei je 2,7 Prozent gelegen. Damit könnte eine Phase enden, die von anhaltenden, aber geringeren Preisanstiegen bestimmt war.
Gemessen am Europace-Index ist die Jahresteuerung bei deutschen Wohnimmobilien von 5,4 Prozent im ersten Quartal 2012 auf 2,9 Prozent im ersten Quartal 2013 zurückgegangen. Weniger deutlich fällt die Preisentspannung beim Preisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) aus. Hier ging die Teuerung von 4,4 auf 3,5 Prozent zurück.
Im vergangenen Jahr stiegen die deutschen Wohnimmobilienpreise laut vdp um 3,9 Prozent, nachdem sie 2011 um 2,8 Prozent zugelegt hatten. Nach Berechnungen des unabhängigen Marktforschers BulwienGesa erhöhte sich der Preisauftrieb von 3,1 auf 4,2 Prozent.
In den Vorjahren waren die deutschen Immobilienpreise kaum gestiegen, während es in Boomländern wie Spanien oder Irland zu übertriebenen Preissteigerungen gekommen war, die die Wirtschaft dieser Länder heute belasten.
Die Deutsche Bundesbank beobachtet die Preisentwicklung in Deutschland nach eigenen Angaben genau. Sie befürchtet, dass es wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Preisübertreibungen in Deutschland kommen könnte, weil Deutsche und andere Europäer mit hohen Ersparnissen nach Geldanlagen suchen und die Hypothekenzinsen extrem niedrig sind.
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May 17, 2013 06:59 ET (10:59 GMT)
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