Von Peter Loftus
Der Pharmabranche steht eine milliardenschwere Übernahme ins Haus. Der Generikahersteller Actavis kauft für rund 5 Milliarden US-Dollar in Aktien seinen irischen Wettbewerber Warner Chilcott. Beide Unternehmen haben eine Vereinbarung getroffen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Actavis bietet 0,16 neue eigene Aktien je Anteilsschein von Warner Chilcott und damit wird Warner mit 20,08 Dollar je Aktie bewertet. Warner Chilcott hatte sich vor mehr als einem Jahr zum Verkauf gestellt. Inklusive Verbindlichkeiten hat die Übernahme ein Volumen von 8,5 Milliarden Dollar.
Durch den Zusammenschluss mit den Iren kann Actavis seine eigenen Verbindlichkeiten senken und wird so wettbewerbsfähiger. Actavis, als einer der größten Generikahersteller der Welt, erhält über Warner Chilcott Zugang zu Markenprodukten und Medikamenten mit Patentschutz. Überwiegend wird das Portfolio an Medikamenten für die Frauenheilkunde aufgestockt.
Actavis-Chef Paul Bisaro erklärte, die effektive Steuerquote werde im Zuge des Zusammenschlusses von derzeit rund 28 Prozent auf rund 17 Prozent fallen. Dies werde dann die Folge eines Umzuges nach Irland zum Hauptsitz von Warner Chilcott sein, wo weniger Steuern anfallen als in den Vereinigten Staaten. Im Zuge der Akquisition sieht Paul Bisaro Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Dollar. Actavis und Warner Chilcott würden dann einen Umsatz von rund 11 Milliarden Dollar jährlich erwirtschaften.
Die fragmentierte und wettbewerbsintensive Generikabranche ist Analysten zufolge im Moment reif für eine Konsolidierungswelle. Die Konzerne versuchen, durch Übernahmen Kostenvorteile zu erzielen und eine kritische Masse zu erreichen, um im Wettbewerb besser bestehen zu können. Auch Actavis selbst soll Ziel in einem Übernahmepoker sein. Wie eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Wall Street Journal in der vergangenen Woche sagte, soll nun die Schweizer Novartis ein Gebot für Actavis erwägen. Zuvor seien Annäherungsversuche von Valeant Pharmaceuticals und Mylan von Actavis zurückgeschlagen worden. Die beiden prüften nun ihr weiteres Vorgehen. Actavis ist trotz einer Marktkapitalisierung von fast 16 Milliarden Dollar ein begehrtes Übernahmeobjekt.
Actavis-Chef Paul Bisaro wollte sich während einer Telefonkonferenz zur Ankündigung der Warner-Chilcott-Übernahme nicht zu möglichen Interessenten für sein Unternehmen äußern. Die Generikabranche leidet auch unter dem scharfen Wettbewerb, zudem wird es immer schwieriger, vom Patentverlust der großen Blockbuster-Medikamente etablierter Pharmagrößen zu profitieren. Das drückt die Preise: Im Januar hatte Actavis das Ausmaß der erwarteten Preiserosion in der Generikabranche auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich in den USA und auf einen hohen einstelligen Prozentbereich außerhalb der USA taxiert.
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May 21, 2013 01:06 ET (05:06 GMT)
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