(ddp direct) Nach Meinung der Führungskräfte sind Unternehmen und Gesellschaft in Deutschland eher schlecht für die Auswirkungen des demografischen Wandels gewappnet. Dies belegt eine aktuelle Umfrage des Führungskräfteverbandes ULA. Bezeichnend: Die Mitglieder des Umfragepanels Manager Monitor bewerten in keinem von zehn abgefragten Themenbereichen die Leistungen des Staates und ihrer eigenen Unternehmen als sehr gut oder gut. Groß ist der Nachholbedarf vor allem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie beim Thema altersgerechtes Arbeiten.
Es gibt noch sehr viel zu tun, betont ULA-Präsident Dr. Wolfgang Bruckmann. Besonders viel Luft nach oben gibt es bei der Schaffung eines altersgerechten Arbeitsumfeldes. Auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6 bewerten die Umfrageteilnehmer ihre Unternehmen hierfür mit 4,1. Fast ebenso schlecht bewertet (Durchschnittsnote: 4,0) wird die Einbeziehung über 55-jähriger Führungskräfte in die Personalentwicklung (Weiterbildungen, Stellenbesetzungen etc.).
Bruckmann zufolge müssten die Unternehmen dafür sorgen, gerade älteren Führungskräften einen optimalen Aufgabenzuschnitt und bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Der ULA-Präsident dazu: So ist etwa Teilzeit in der Realität vieler Führungskräfte auch in fortgeschrittenem Alter ein Fremdwort. Führung sei mit hoher Verantwortung, einem hohen Arbeitspensum und enormem Arbeitstempo verbunden. Es bedarf daher dringend einer schrittweisen Entkopplung von Führungsverantwortung und permanenter Arbeitsbelastung, resümiert Bruckmann.
Doch auch viele Leistungen des Staates werden von den Führungskräften kritisch bewertet. So ist aus ihrer Sicht die Betreuungssituation für unter dreijährige Kinder kaum ausreichend, um den Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu begegnen. ULA-Präsident Bruckmann stellt fest: Es ist ganz klar, dass der Staat künftig für mehr Betreuungsangebote sorgen muss. Die Zeit drängt. Eine echte Wahlfreiheit könne man nur bieten, wenn auch die entsprechenden Angebote vorhanden seien.
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Der Deutsche Führungskräfteverband ULA ist das politische Sprachrohr aller Führungskräfte in Deutschland. Er vertritt ihre Interessen in der Arbeits-, Steuer-, Sozial- und Bildungspolitik gegenüber Regierung und Parlament sowohl in Berlin als auch in Brüssel. Mit zwölf Mitgliedsverbänden und insgesamt über 50.000 Mit-gliedern bildet er den größten Zusammenschluss von Führungskräften in Deutschland.
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May 21, 2013 04:45 ET (08:45 GMT)
