Von Dan Fitzpatrick, Julie Steinberg and Erik Holm
Der Aufstand gegen J.P.-Morgan-Chef Jamie Dimon ist beendet: Die Aktionäre haben dem Manager im Streit um seine Doppelfunktion an der Konzernspitze den Rücken gestärkt. Die Anteilseigner sprachen sich auf der Hauptversammlung in Tampa im US-Bundesstaat Florida mehrheitlich gegen eine Resolution aus, die die Doppelherrschaft des erfolgsverwöhnten Bankmanagers als CEO und Chairman of the Board beenden sollte.
Das für Dimon positive Votum hatte sich schon nach den bis Montagabend abgegebenen Aktionärsstimmen abgezeichnet, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Wall Street Journal zuvor berichtet hatte. Letztendlich erhielt die Resolution eine Zustimmung von lediglich 32 Prozent.
Für den Board von J.P. Morgan wäre ein Votum der Anleger zur Ämtertrennung nicht bindend gewesen. Ein Ergebnis von über 40 Prozent wäre aber als eine gewaltige Klatsche für Dimon gewertet worden. Dieses Maß an Zustimmung hatte ein entsprechender Antrag im vergangene Jahr geholt.
In den Board wurde Dimon unterdessen mit einem überwältigenden Ergebnis von 98 Prozent wiedergewählt, nach 96 Prozent im Vorjahr. Bei anderen zur Wiederwahl stehenden Boardmitgliedern wurde es dagegen richtig eng, mehrere holten weniger als 60 Prozent, was sehr ungewöhnlich ist bei großen US-Aktiengesellschaften. Das schlechteste Ergebnis fuhr mit 53 Prozent die Direktorin Ellen Futter ein.
Auch hier hätte ein negatives Votum der Anteilseigner keine bindende Wirkung. Laut den Unternehmensstatuten muss aber jeder Direktor, der keine Mehrheit erhält, seinen Rücktritt sofort anbieten.
Dimon und seine Direktoren waren nach einem viele Milliarden US-Dollar teuren Handelsdebakel um den sogenannten "Wal von London" unter Feuer geraten. Kritiker monierten die mangelnden Kontrollen bei der größten Bank der USA und forderten das Ende der Doppelherrschaft Dimons als Chairman und CEO.
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May 21, 2013 12:15 ET (16:15 GMT)
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