Von Ian Sherr and Don Clark
Für den neuen Intel-Chef war es eine Premiere. Brian Krzanich konnte den Intel-Aktionären erstmals persönlich seine Strategie erläutern, mit der er den einstigen Musterknaben wieder in die Spur bringen will. Nur zwei Wochen nach seiner Ernennung musste sich der Nachfolger von Paul Otellini schon den kritischen Fragen unzufriedener Aktionäre stellen und gelobte Besserung.
In den schnell wachsenden Märkten rund um Smartphones und Tablets will Krzanich ordentlich Tempo machen. Intel habe in der Vergangenheit zwar viel zu langsam reagiert und den schnellen Aufstieg der Handy-Alleskönner mehr oder weniger verschlafen. Für die Zukunft sei das Unternehmen aber ausgezeichnet aufgestellt. "Mit unserer Ausstattung können wir künftig in diesem Gebiet wesentlich schneller wachsen", erklärte der Manager auf der Hauptversammlung.
Doch Details zur neuen Strategie gab es nicht, wieder einmal. Bisher sind nur wenige Informationen darüber bekannt, wie Intel konkret wieder angreifen will. Klar ist, dass der Chipspezialist aus Santa Clara vor allem darauf setzt, seine neuen Prozessoren in immer mehr Produkten als nur klassischen PC einzusetzen.
Die starke Abhängigkeit vom PC-Geschäft macht dem Konzern schon länger zu schaffen, der Gewinn brach zuletzt massiv ein. Die schwache Position des Unternehmens in den Wachstumsmärkten spürten auch die Aktionäre in ihren Depots. Während andere Tech-Konzerne mit ihren Aktien Höhenflüge hinlegten, blieb das Intel-Papier in den letzten fünf Jahren deutlich hinter dem Sektor zurück. Das bringt auch Aktionäre auf die Palme. Während des Aktionärstreffens beschwerte sich ein Intel-Anleger über die schwache Entwicklung der Aktie.
Krzanich verspricht bessere Zeiten, Intel soll sich auf die neuen Märkte konzentrieren. Derzeit würden ganz neue Prozesse ausgearbeitet. Unter anderem sollen dabei Berater in das Unternehmen geholt werden, um Veränderungen in der Branche besser erkennen und darauf reagieren zu können.
Mit der Hauptversammlung wurde der bedeutende Wechsel im Topmanagement des Konzerns aus dem Silicon Valley auch formal abgehakt. Der frühere Chef Otellini hatte völlig überraschend im November seinen Rückzug angekündigt. Der einflussreiche Manager war vier Jahrzehnte für Intel tätig. Acht Jahre lang stand er an der Konzernspitze.
Krzanich ist der sechste Chef, den die Gesellschaft bekommt. Und einmal mehr hatte sich Intel für ein Eigengewächs entschieden. Der 52 Jahre alte Krzanich kam 1982 ins Unternehmen. Seit Januar 2012 agiert er als Chief Operating Officer und galt auch als Favorit für den Chefsessel. Vor ihm steht nun ein Riesenberg an Aufgaben.
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May 16, 2013 14:10 ET (18:10 GMT)
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