Der stationäre Handel hat es nicht leicht. Das sagt er selbst. Er muss sich gegen die starke Onlinekonkurrenz behaupten, gegen die er keine Chance zu haben glaubt. Dabei hatte der stationäre Handel schon vor dieser Zeit große Probleme und hat sie nicht gelöst. Die neue Konkurrenz ist daher nur ein weiteres Problem, das es zu lösen gilt. Anstatt sich in Selbstmitleid zu suhlen, könnte er Veränderungen zum Positiven einleiten. Der Erfolgsfaktor ist ein ganz einfacher.
Schon vor dem Onlinezeitalter sind die Verkäufe in den Läden zurückgegangen. Das war auch nicht verwunderlich, denn die Inneneinrichtung war nicht ansprechend und die Präsentation des Sortiments nicht einladend. Lieber hat sich das Management auf den Umsatz pro Quadratmeter konzentriert, als sich auf die Kundenwünsche einzulassen. Diese mussten sich in unübersichtlichen Regalen und engen Gängen im wahrsten Sinne des Wortes durchkämpfen. Das hat keinen Spaß gemacht.
Die Kunden waren es leid, in die Stadt zu fahren, um dort keinen Parkplatz zu finden. Sie mussten vor wenigen Umkleidekabinen Schlange zu stehen und sich mit gelangweilten Mitarbeitern herumärgern. Sie merken schon, der stationäre Handel hat es selbst verbockt. Es hilft kein Drumherumreden.
Daher war es nur natürlich, dass sich die Konsumenten sofort auf die neuen Möglichkeiten des Onlinehandels gestürzt haben. Weniger Stress und günstigere Preise waren die Annehmlichkeiten. So begann die erfolgreiche Zeit des neuen Einkaufens im Internet. Die Antwort des stationären Handels auf diese Verschiebung der Kräfte war genauso armselig wie die bisherigen Einschätzungen, das Konsumverhalten der Bürger zu animieren. Man könne den Onlinehandel nicht mit dem stationären vergleichen, die anderen hätten ja keine Ladenflächen (Miete) und kaum Mitarbeiter, so hieß es immer wieder rechtfertigend ...
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