Der seit Monaten schwelende Tarifstreit im Lübecker Hafen spitzt sich zu. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Minderheitsgesellschafter Rreef vor, die Unterzeichnung eines bereits im März ausgehandelten Vertrages zur Arbeitnehmersicherung bewusst hinauszuzögern, um aus dem Hafen aussteigen zu können. Dafür spreche auch, dass der Investor den Kaufpreis für die 2012 erworbenen 12,4 Prozent an der städtischen Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) noch nicht gezahlt habe, sagte Gewerkschaftssekretär Andreas Riedl am Mittwoch. LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann wollte zu diesen Gerüchten nicht Stellung nehmen.
Ein Sprecher der Hansestadt Lübeck widersprach der Darstellung von Verdi. Rreef habe den Kaufpreis bereits 2012 überwiesen, sagte er.
Seit Wochen gibt es im Lübecker Hafen immer wieder Warnstreiks, mit denen die Beschäftigten die Unterzeichnung des Vertragswerkes erzwingen wollen. Sie befürchten, dass der Investor mit Sitz in London den Hafen zerschlagen will. "Rreef hat die zweite Tranche der Anteile nur übernommen, weil das Unternehmen vertraglich dazu verpflichtet war. Wenn sich ihre Renditeerwartungen nicht erfüllen, werden sie alles versuchen, um aus dem Vertrag rauszukommen", sagte Riedl. Um Schaden vom Hafen abzuwenden, halte er einen Rückkauf durch die Stadt für die beste Lösung.
Beckmann sagte dagegen, die Unterzeichnung verzögere sich, weil die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht und die beihilferechtliche Überprüfung durch das Wirtschaftsministerium des Landes noch ausstehe. Diese Entscheidungen könnten auch durch Warnstreiks nicht beschleunigt werden.
Die Deutsche-Bank-Tochter
AXC0224 2013-05-22/17:58
