Von Bob Sechler
Der Technologiekonzern General Electric (GE) will sein Finanzgeschäft weiter massiv verkleinern. GE-Chef Jeff Immelt stellte bei einer Veranstaltung in Florida die neuen Mittelfrist-Ziele für GE Capital vor. Danach könnte der Finanzarm des US-Konzerns bis Ende kommenden Jahres auf die Hälfte der Größe zusammenschmelzen, die er vor der Finanzkrise 2008 hatte.
Die Nettoinvestments, an der die Größe des Unternehmensbereichs gemessen wird, werden bis Ende 2014 um weitere 50 bis 100 Milliarden US-Dollar zurückgefahren. Ende des ersten Quartals hatten sie noch gut 400 Milliarden betragen.
GE hat in den letzten Jahren mehrere Teile seines Finanzbereichs verkauft, darunter Bank- und Versicherungsgeschäfte. Der Konzern will damit die Abhängigkeit von einem Geschäftsfeld reduzieren, das einst die Hälfte zum Gewinn beigetragen hat. Während der Finanzkrise allerdings haben die Sorgen der Anleger um GE Capital den Aktienkurs belastet, den Konzern das "AAA"-Rating gekostet und ihn gezwungen, die Dividende zu senken.
Immelt sagte, die Nettoinvestments sollen bis Ende 2014 rund 300 bis 350 Milliarden Dollar betragen. 2007 hatte dieser Wert noch bei mehr als 630 Milliarden Dollar gelegen. Der Konzern hatte das Ziel von 300 Milliarden bereits genannt, allerdings keinen Zeitrahmen abgesteckt.
GE hat den Forderungen einiger Investoren und Analysten widerstanden, eine Abspaltung von GE Capital zu erwägen und sich nur auf die Finanzdienstleistungen zu konzentrieren, die die Industriesparten des Konzerns unterstützen.
Immelt sagte, GE wolle einige der nicht zum Kerngeschäft von GE Capital gehörende Bereiche verkaufen oder abspalten. "Es gibt eine Menge Möglichkeiten dies zu tun, und den Wert der Bereiche zu maximieren", so der Manager. Er bekräftigte, dass sich der Unternehmensbereich auch weiterhin auf das Kerngeschäft als Kreditgeber für mittelgroße Unternehmen konzentrieren wird. Nicht zum Kerngeschäft werden etwa das weltweite Hypothekengeschäft und die Gewerbeimmobilien gezählt.
GE Capital werde zwar kleiner sein, aber dennoch große Renditen abwerfen, zeigte Immelt sich sicher. Er war guter Dinge während seiner Präsentation und bestätigte die im April für den Konzern ausgegebenen Jahresziele. Die US-Wirtschaft werde "jeden Tag ein bisschen besser", sagte er. Allerdings warnte er, er erwarte in nächster Zeit keine großen Verbesserungen in Europa oder Japan. Er sagte, die Nachfrage aus Schwellenländern wie China sei "sehr stark".
Immelt äußerte sich auch zur Akquisitionsstrategie von GE. Er erwarte Zukäufe in Höhe von 10 Milliarden Dollar dieses Jahr. Darunter fallen auch die Deals in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar, die bereits angekündigt worden sind. Jedes Jahr werde es solche Transaktionen im Volumen von 3 bis 5 Milliarden Dollar geben. "Wir haben bei Akquisitionen eine gut gefüllte Pipeline", so Immelt.
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May 22, 2013 14:34 ET (18:34 GMT)
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