(neu: Schlusskurse, Analystenkommentare von Warburg und Independent Research)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rheinmetall
AUTOSPARTE HÄLT RHEINMETALL ÜBER WASSER
Trotz der Flaute in Europa wird die Autoteile-Sparte mehr und mehr zum Rettungsanker für die Düsseldorfer. Während das Rüstungsgeschäft zwar Rekordaufträge einsammelt, aber noch hohe Verluste schreibt, hält die Zulieferer-Geschäft das Unternehmen im aktuellen "Übergangsjahr" 2013 auf Kurs zu den Gewinnzielen. "Der Automotive-Bereich entwickelt sich trotz des schwierigen Marktumfelds sehr erfreulich", sagte Konzernchef Armin Papperger. Der Sparte traut das Management bis zum Jahresende auch mehr operativen Gewinn zu als bisher. Dafür dürfte die Rüstungssparte nur noch das untere Ende der avisierten Spanne erreichen.
"Auto erneut besser - Rüstung bleibt schwach", betitelte Equinet-Analyst Adrian Pehl entsprechend seine erste Stellungnahme. Er zeigte sich wenig überrascht von der optimistischeren Einschätzung für das Autozuliefergeschäft, die Kommentare dazu klängen sehr solide. Die implizite Umsatzprognose von 1,03 Milliarden Euro für das Rüstungsgeschäft sei indes "nicht frei von Ambitionen". Das Management sollte dies aber recht gut einschätzen können. Der Auftragseingang - abgesehen von Bestellungen aus Katar und Australien - erscheine aber ein bisschen schwächer als gedacht.
DRITTES QUARTAL BEI RÜSTUNG SCHWÄCHER
Auch Markus Turnwald von der DZ Bank überraschte es nicht, dass Rheinmetall die Gewinnprognose für Automotive aufgestockt hat. "Die alte Prognose hätte ein operatives Ergebnis (EBIT) von unter 30 Millionen Euro impliziert - ein Minus von 40 Prozent gegenüber dem Vorquartal", schrieb der Experte. Positiv überraschte ihn aber das bestätigte Umsatzziel im Rüstungsgeschäft trotz des schwächeren Abschneidens im dritten Quartal. Das bestätigte Ziel deute darauf hin, dass der Umsatz im Schlussquartal um mindestens 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf ein neues Rekordniveau steigen sollte. Insgesamt sieht der Experte keinen Bedarf für deutliche Änderungen seiner Schätzungen.
Der angepasste Ausblick zeuge von anhaltenden Schwierigkeiten in der Rüstungssparte, schrieb Analyst Christian Cohrs von Warburg Research. Für eine nachhaltige Neubewertung der Aktien bedürfe es zunächst einiger Erfolge in der Restrukturierung. Ähnlich argumentierte Kollege Zafer Rüzgar von Independent Research: Ausschlaggebend für den weiteren Kursverlauf sei die erfolgreiche Umsetzung der Umstrukturierung. Die jüngsten Quartalzahlen hätten ergebnisseitig seine Erwartungen verfehlt, so Rüzgar./ag/rum/stb/ajx/he
ISIN DE0007030009
AXC0244 2013-11-08/17:51
