Von Thomas Rossmann
Die weltweiten Aktienmärkte stehen am Donnerstag zwar deutlich unter Druck, doch an der Wall Street fallen die Abgaben vergleichsweise moderat aus. Als Stütze für den Dow-Jones-Index erweist sich hier die Aktie von Hewlett-Packard (HP), die nach guten Zahlen und einem positiven Ausblick 13,5 Prozent gewinnt. Doch übergeordnet belastet die Angst vor einem Drosseln der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank, die mit den Aussagen von Fed-Chairman Ben Bernanke und dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch bereits geschürt wurde. Dazu kommen nun noch schwache Daten aus China, denn der HSBC-Einkaufsmanagerindex enttäuschte auf ganzer Linie. In Japan ging es daraufhin um über sieben Prozent nach unten - der größte Ausverkauf seit der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011.
Wenig Orientierung liefern auch die neuen US-Arbeitsmarktdaten. Sie werden momentan zwar stark beachtet, da die US-Notenbank sie als Vorlage für ihre Geldpolitik verwendet. Doch die wöchentlichen Erstanträge lagen mit 340.000 fast genau auf dem prognostizierten Niveau von 345.000. Gute Nachrichten gibt es erneut vom US-Immobilienmarkt. So hat sich Anstieg der US-Hauspreise im März deutlicher als erwartet beschleunigt. Die Zahl der US-Neubauverkäufe hat sich im April besser entwickelt als erwartet und war auch im Vormonat deutlich höher als bisher angenommen. Die Häuserpreise erreichten zudem den höchsten Wert in der bis 1963 zurück reichenden Datenreihe.
Der Dow-Jones-Index verliert mit der festen HP-Aktie lediglich 0,2 Prozent auf 15.283 Punkte. Mit dem S&P-500 geht es 0,4 Prozent abwärts auf 1.649 Punkte und der Nasdaq-Composite reduziert sich um 0,2 Prozent auf 3.456 Punkte. "Der Bullenmarkt ist noch nicht vorüber, es handelt sich lediglich um eine Pause. Wir haben nicht das Jahr 2008", sagt Stratege Brian Belski von BMO Capital Markets.
Bei den Kursverlusten muss zudem berücksichtigt werden, dass sich die Börsen in diesem Jahr bereits sehr gut entwickelt haben. Dies macht die Märkte anfällig für Rückschläge, da Anleger ihre Gewinne realisieren wollen. "Es ist schon ungewöhnlich, das es innerhalb der jüngsten Rally keine Korrekturphase gegeben hat", sagt Stratege Mark Luschini von Janney Montgomery Scott. Immerhin steht für den Dow-Jones-Index seit Beginn des Jahres schon ein Plus von 17 Prozent zu Buche, beim S&P-500 sind es 15 Prozent.
Am Devisenmarkt erholt sich der Euro von einem Teil seiner Vortagesverluste, die er mit der Sorge um ein Drosseln der Fed-Käufe verbucht hatte. Aktuell steht die Devise bei 1,2922 Dollar. Der Goldpreis zeigt sich weiterhin sehr volatil, nach den Abgaben zur Wochenmitte geht es nun um ein Prozent auf 1.381 Dollar nach oben.
Der Ölpreis leidet unter den Sorgen vor einer sich abschwächenden Weltwirtschaft. Der Preis für das Barrel Öl der Sorte WTI reduziert sich um 1,5 Prozent auf 92,88 Dollar. Bei den US-Anleihen kommt es zu einer leichten Erholung von den massiven Verlusten am Vortag, die sie im Gefolge der Bernanke-Aussagen und dem Fed-Protokoll verzeichneten. Hier schichteten die Anleger mit den weltweit massiven Verlusten an den Aktienmärkten nun verstärkt in den "sicheren Hafen" der Anleihen um, heißt es von einem Teilnehmer. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fällt um vier Basispunkte auf 1,99 Prozent.
Bei den Einzelwerten stehen die Aktien Hewlett-Packard mit ihrem kräftigen Plus im Fokus. Hier treiben unerwartet gute Quartalsergebnisse und ein über den Erwartungen des Marktes liegender Ausblick. Mit 87 Cents je Aktie im zweiten Quartal übertraf HP die Konsensschätzung von 81 Cents deutlich. Im dritten Quartal rechnet HP mit 84 bis 87 Cent, während Analysten bislang von 83 Cents ausgingen. Im Gefolge von HP legen auch die Titel von IBM um 0,1 Prozent zu.
Für die Aktien von Pacific Sunwear of California geht es um knapp 12 Prozent nach oben. Der Einzelhändler hatte nachbörslich mit den berichteten Quartalsergebnissen wie mit seinem Ausblick positiv überrascht. Eine Verdreifachung des Gewinns beim Chip-Hersteller Synopsys quittiert die Aktie mit einem Plus von 1,8 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 15.282,90 -0,16 -24,27 S&P-500 1.648,77 -0,40 -6,58 Nasdaq-Comp. 3.456,11 -0,21 -7,19 Nasdaq-100 2.994,16 -0,17 -4,97 DEVISEN zuletzt '+/- % Do.,8.45 Mi, 17.45 Uhr EUR/USD 1,2922 0,69% 1,2833 1,2887 EUR/JPY 131,3664 0,63% 130,5416 133,1782 EUR/CHF 1,2517 -0,06% 1,2525 1,2611 USD/JPY 101,6605 -0,03% 101,6905 103,3450 GBP/USD 1,5090 0,42% 1,5026 1,5057 ===
Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com
DJG/DJN/ros/raz(END) Dow Jones Newswires
May 23, 2013 11:28 ET (15:28 GMT)
Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.
