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MÄRKTE USA/Wall Street verzeichnet nur moderate Abgaben

Von Thomas Rossmann

Während die weltweiten Aktienmärkte am Donnerstag stark unter Druck standen, fielen die Abgaben an der Wall Street vergleichsweise moderat aus. Ein Grund war der deutliche Aufschlag der Hewlett-Packard-Aktie, nachdem der PC-Hersteller überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal vermeldet hatte und zudem einen positiven Ausblick gab. Auch sei es zu verstärkten Gelegenheitskäufen gekommen. "Es gibt weiterhin Anleger die in Aktien untergewichtet sind und die Schwächephase zu einem Einstieg genutzt haben", so Analyst Wasif Latif von USAA Investments.

Übergeordnet belastete aber die Angst vor einem Drosseln der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank, die mit den Aussagen von Fed-Chairman Ben Bernanke und dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung am Vortag deutlich geschürt wurde. Dazu kamen schwache Daten aus China, wo der HSBC-Einkaufsmanagerindex enttäuschte.

Allerdings rechnen Analysten kurzfristig nicht mit einem Zurückfahren des Anleihe-Kaufprogramms durch die US-Notenbank. "Das Programm wurde erst zu Jahresbeginn gestartet und als Ziel wurde eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent ausgegeben, die derzeit noch nicht erreicht ist", merkte Stratege Scott Wren von Wells Fargo Advisors an. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in den USA bei 7,5 Prozent.

Leicht positiv fielen die wöchentlichen Erstanträge aus. Mit 340.000 blieben sie etwas unterhalb der Prognose von 345.000. Auch gab es gute Nachrichten vom US-Immobilienmarkt. Hier hat sich Anstieg der Hauspreise im März stärker als erwartet beschleunigt. Auch die Zahl der Neubauverkäufe stieg im April stärker als prognostiziert.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 15.295 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich sogar leicht im Plus gelegen hatte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,3 Prozent auf 1.651 Punkte. Der Nasdaq-Composite fiel 0,1 Prozent auf 3.459 Punkte. Das Umsatzvolumen ging auf 0,81 (Mittwoch: 0,85) Milliarden Aktien zurück. Auf 1.288 (686) Kursgewinner kamen dabei 1.802 (2.431) -verlierer, 141 (97) Titel schlossen unverändert.

Es kam nach den schwachen China-Daten und den Bernanke-Aussagen allerdings auch zu Gewinnmitnahmen. Denn die Börsen haben sich 2013 bereits sehr gut entwickelt. So steht für den Dow-Jones-Index seit Jahresbeginn ein Plus von 17 Prozent zu Buche, beim S&P-500 sind es 15 Prozent. Dies macht die Märkte anfällig für Rückschläge, da Anleger ihre Gewinne realisieren wollen. "Es ist schon ungewöhnlich, das es innerhalb der jüngsten Rally keine Korrekturphase gegeben hat", merkte Stratege Mark Luschini von Janney Montgomery Scott an.

Der Dollar gab einen Teil der Gewinne vom Vortag wieder ab. Der Euro kletterte damit wieder über die Marke von 1,29 Dollar und auch der Yen machte deutlich Boden gegenüber dem Greenback gut. Im späten US-Handel notierte der Euro bei 1,2936 Dollar. Der Preis für die Feinunze Gold erholte sich von den Vortagesabgaben und notierte zum Settlement bei 1.391,80 Dollar, ein Plus von 1,8 Prozent. Es war damit der höchste Stand seit einer Woche. Mit den deutlichen Abgaben an den weltweiten Aktienmärkten hätten die Anleger wieder verstärkt nach "sicheren Häfen" Ausschau gehalten, wovon der Goldpreis profitiert habe, so ein Teilnehmer.

Der Ölpreis fiel mit den schwachen Daten aus China und Sorgen um eine schwächelnde Weltwirtschaft zunächst bis auf 92,21 Dollar je Barrel zurück. Mit den wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten konnte der Preis für ein Barrel der Sorte WTI seine Abgaben allerdings wieder aufholen. Die Daten hätten die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage in den USA etwas verstärkt, hieß es. Zum Settlement mussten 94,25 Dollar bezahlt werden, drei Cent weniger als noch am Vortag.

Der US-Anleihemarkt zeigte sich nach den deutlichen Abgaben des Vortages mit einer leichten Erholung. Teilnehmer verwiesen aber auf die sehr hohe Volatilität des Marktes, nach den Aussagen von Fed-Chairman Bernanke am Vortag. "Der Markt ist sensibilisiert für Hinweise zum weiteren Vorgehen der Fed", so Analystin Kim Rupert von Action Economics. Die Rendite der zehnjährigen Papiere lag kaum verändert bei 2,02 Prozent.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von Hewlett-Packard (HP) mit ihrem kräftigen Plus von 17,1 Prozent im Fokus. Hier trieben unerwartet gute Quartalsergebnisse und ein über den Erwartungen des Marktes liegender Ausblick den Kurs an. Mit 87 Cents je Aktie im zweiten Quartal übertraf HP die Konsensschätzung von 81 Cents deutlich. Im dritten Quartal rechnet HP mit 84 bis 87 Cent, während Analysten bislang von 83 Cents ausgingen.

Ebenfalls gesucht waren im Dow-Jones die Aktien von Boeing mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent und die Papiere von Merck & Co, die um 1,3 Prozent zulegten. Für die Aktien von Pacific Sunwear of California ging es um zehn Prozent nach oben. Der Einzelhändler hatte mit den berichteten Quartalsergebnissen wie mit seinem Ausblick positiv überrascht.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut 
DJIA          15.294,50  -0,08   -12,67 
S&P-500        1.650,51  -0,29    -4,84 
Nasdaq-Comp.   3.459,42  -0,11    -3,88 
Nasdaq-100     2.991,45  -0,26    -7,68 
 
KUPON    Fälligkeit Kurs      Änderung     Rendite  Änderung 
1/8%     2-year     99 25/32    flat       0,246%   unchanged 
1/4%     3-Year     99 17/32    flat       0,414%   unchanged 
5/8%     5-year     98 23/32    down 1/32  0,894%   +0,3 Bp 
1 1/8%   7-Year     98 9/32     flat       1,388%   unchanged 
1 3/4%  10-year     97 18/32    up 1/32    2,023%   -0,3 Bp 
2 7/8%  30-year     93 27/32    up 9/32    3,197%   -1,5 Bp 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Do.,8.45  Mi, 17.45 Uhr 
EUR/USD    1,2936   0,80%    1,2833         1,2887 
EUR/JPY  131,6511   0,85%  130,5416       133,1782 
EUR/CHF    1,2526   0,01%    1,2525         1,2611 
USD/JPY  101,7675   0,08%  101,6905       103,3450 
GBP/USD    1,5109   0,55%    1,5026         1,5057 
=== 

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

DJG/DJN/ros

(END) Dow Jones Newswires

May 23, 2013 16:27 ET (20:27 GMT)

Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.

© 2013 Dow Jones News
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