Von Ellen Byron und Joann S. Lublin
Um endlich wieder vorwärts zu kommen, sucht Procter & Gamble sein Heil in der Vergangenheit: Der Konsumgütergigant holt seinen früheren Chef A.G. Lafley zurück. Nachdem der Hersteller bekannter Marken wie Ariel-Waschmittel oder Pampers-Windeln Investoren wiederholt enttäuscht hatte, soll es der alte Chef nun richten und Procter & Gamble zurück zu alten Wachstumsraten führen.
Dabei will Procter & Gamble offenbar keine Zeit verlieren: Lafley soll sofort das Ruder bei dem Unilever-Wettbewerber übernehmen. Robert McDonald, der 2009 zu Lafleys Nachfolger gekürt worden war, nahm umgehend seinen Hut. Im dritten Geschäftsquartal war Procter & Gamble sowohl beim Umsatzwachstum als auch mit dem Ausblick nicht an die Markterwartungen herangekommen.
Der 66-jährige Lafley war 1977 zu dem US-Konsumgüterkonzern gekommen und hatte sich unter anderem mit der 57 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Gillette im Jahr 2005 einen Namen gemacht. Bei Lafleys Rückzug von der Konzernspitze war McDonald der Mann seiner Wahl gewesen.
Allerdings hatte McDonald den Chefposten in der Finanzkrise und damit zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt übernommen. Denn damals hielten die verunsicherten Verbraucher ihr Geld zusammen, was der auf teure Premiummarken spezialisiere Konsumgüterhersteller zu spüren bekam.
Zwar hatte McDonald versucht, mit günstigeren Produkten und der Expansion in Schwellenländer gegenzusteuern, doch die Umsätze zogen bis heute nicht wieder richtig an. Vor gut einem Jahr hatte sich zudem der aktivistische Hedgefondsmanager William Ackman mit 1,8 Milliarden Dollar bei Procter & Gamble eingekauft und seither Stimmung gegen McDonald gemacht.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/DJN/brb/mgo
(END) Dow Jones Newswires
May 24, 2013 01:26 ET (05:26 GMT)
Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.
