Auch in Frankreich gibt es nach Informationen
der Tageszeitung "Le Monde" ein riesiges Geheimdienstprogramm zur
Überwachung der elektronischen Kommunikation. Wie das Blatt in
seiner Freitagsausgabe berichtet, speichert der
Auslandsnachrichtendienst DGSE systematisch Verbindungsdaten zu
Telefongesprächen, SMS und E-Mails, die über französische Leitungen
gehen. Selbst Informationen zu Twitter- und Facebook
Zugriff auf die Daten habe neben dem Inlandsgeheimdienst unter anderem der Zoll, heißt es in Bericht. Inhalte von Nachrichten oder Gespräche würden nicht aufgezeichnet. Zu dem "Le Monde"-Bericht gab die Regierung zunächst keine Stellungnahme ab.
In der US-Spionage-Affäre hatte sich Frankreich zuletzt noch empört geäußert. "Wir fordern, dass das sofort aufhört", sagte Präsident François Hollande und sprach sich sogar für einen Aufschub der Verhandlungen über das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA aus.
Der wegen seiner Enthüllungen über die US-Spionage verfolgte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden profitiert unterdessen nicht von den Unmut der Regierung in Paris. Ein Asylgesuch des 30-Jährigen sei nach inhaltlicher und juristischer Prüfung abgelehnt worden, teilte das Innenministerium am Donnerstagabend mit. Auch in Italien kann Snowden nicht auf Asyl hoffen, wie Außenministerin Emma Bonino sagte. Zuvor hatten bereite eine Reihe anderer Staaten das Asylgesuch Snowdens abgelehnt, der seit fast zwei Wochen im Tranmsitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo festsitzt./aha/DP/stb
AXC0245 2013-07-04/19:22
