Aktien von ThyssenKrupp
Der Ruhrkonzern wird nach Aussagen von Vorstandschef Heinrich Hiesinger seine verlustreichen Stahlwerke in Brasilien und Nordamerika nicht so schnell los wie erhofft. "Wir haben den Zeitbedarf speziell in Brasilien unterschätzt, der Verkauf dauert länger als zunächst erwartet", sagte Hiesinger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er fügte hinzu, ThyssenKrupp werde sich von Terminen nicht unter Druck setzen lassen. Mit Interessenten werde nun auf Augenhöhe verhandelt. Ursprünglich hatte der Vorstand erwartet, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012/13 Ende September einen Käufer gefunden zu haben.
'WIWO': NEBEN KAPITALERHÖHUNG HYBRIDANLEIHE
Zudem verdichten sich laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" die Anzeichen, dass der Konzern sich schon bald frisches Geld besorgt. Neben der am Markt lange erwarteten Kapitalerhöhung wolle ThyssenKrupp eine mit 8 Prozent verzinste Hybridanleihe platzieren. Zusammen soll das zwischen 0,8 und 1,6 Milliarden Euro einbringen. Zudem hält ein Bankenkonsortium nach Informationen des Blattes aus Finanzkreisen Kreditlinien von rund 2,5 Milliarden Euro aufrecht.
Ein Händler wertete die Nachrichten als tendenziell stützend für die Aktie. Dass die Verhandlungen nun nicht mehr unter Termindruck stünden, könnte am Markt die Hoffnung auf einen höheren erzielbaren Preis nähren. Auch die Verlängerung der Kreditlinien könne leicht positiv wirken.
VERLÄNGERUNG BEI KREDIT POSITIV
Ein weiterer Marktteilnehmer wertete die fortgeführte Kreditlinie ebenfalls als positiv. Der Konzern hätte die Kreditbedingungen für eine Verlängerung Ende September wohl gebrochen. Die Aussage von Konzernchef Hiesinger, weiterer Abschreibungsbedarf sei noch nicht absehbar, wirke ebenfalls positiv. Der Markt erwarte derzeit eine weitere Wertminderung von 500 Millionen Euro./men/rum/stb
ISIN DE0007500001
AXC0078 2013-09-23/10:50
