Bern - Die Bundesanwaltschaft (BA) erhebt beim Bundesstrafgericht in Bellinzona Anklage gegen einen deutschen IT-Spezialisten mit Wohnsitz in der Schweiz. Er hat eingestanden, bei der Bank Julius Bär & Co. AG in Zürich Daten von Bankkunden kopiert und einen Teil davon über einen Mittelsmann in Berlin an die deutschen Steuerbehörden verkauft zu haben. Beantragt wird in der Anklageschrift die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens.
Die beschuldigte Person recherchierte und sammelte in der Zeit von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2011, nach Anregung und in Absprache mit einem ihm persönlich bekannten deutschen Mittelsmann, Kundendaten aus verschiedenen bankinternen Systemen bei der Bank Julius Bär, wie die Bundesanwaltschaft in einer Medienmitteilung schreibt. Als Mitarbeiter im Personalverleih und in seiner Eigenschaft als IT-Spezialist kopierte er während seiner Arbeitszeit Datensätze von vermögenden deutschen und holländischen Kunden der Bank. Er sandte von seiner Geschäftsadresse aus insgesamt 15 E-Mails mit ZIP-Dateien an seinen privaten E-Mail-Account. Die komprimierten Anhänge enthielten Kundennamen, deren Wohnorte, Kontonummern, Eröffnungsdatum des Kunden sowie Beträge und Währungen.
Datenträger-Übergabe im Februar 2012
Von diesen Daten extrahierte er jene Datensätze von deutschen Bankkunden, welche auf ihren Konten mehr als 100'000 Euro, Schweizer Franken, Britische Pfund oder US-Dollar besassen. Im Dezember 2011 liess er seinem Mittäter, einem pensionierten deutschen Steuerfahnder, eine Probesendung von Daten nach Berlin zukommen. ...
