-- Siemens findet keinen Käufer für Solarthermiegeschäft
-- Laufende Projekte werden noch abgeschlossen
(NEU: Aussagen Siemens-Sprecher, Hintergrund, Aktienkurs)
Von Christine Benders-Rüger
Der Technologiekonzern Siemens zieht einen Schlussstrich unter den kostspieligen Ausflug ins Solargeschäft. Nachdem die Münchener keinen Käufer für die Solarsparte finden konnten, wird diese nun geschlossen. Sieben Monate habe Siemens sich um den Verkauf des Solarthermie-Geschäfts bemüht, aufgrund der schwierigen Marktsituation habe sich aber kein Investor gefunden, sagte ein Siemens-Sprecher.
Es habe zwar zahlreiche Interessenten gegeben, mit diesen wurde jedoch keine Einigung erzielt. Auch wenn Siemens das Geschäft nun einstellt, sollen doch noch die laufenden Projekte abgeschlossen werden. Dafür wird das Geschäft restrukturiert. Siemens will auch die Gewährleistungsverpflichtungen erfüllen. Die Neuordnung beginnt sofort. Angaben zu den betroffenen Arbeitsplätzen machte Siemens nicht.
Zuvor hatte das Handelsblatt aus Kreisen erfahren, dass Siemens die Fertigung beendet. Laut der Zeitung sollen 280 Arbeitsplätze vor allem in Israel betroffen sein. Siemens hatte im Jahr 2009 den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Millionen Euro übernommen. Mit Solel wollte Siemens Weltmarktführer in der Solarthermie werden. Die Investition in die israelische Firma erwies sich für Siemens allerdings als Fehlschlag. Das Unternehmen machte stets mehr Verlust als Umsatz.
Die Schließung kostet Siemens nun noch einmal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, wie der Sprecher sagte. Laut Handelsblatt belaufen sich die Gesamtbelastungen für Siemens damit einschließlich der bisher aufgelaufenen operativen Verluste auf knapp eine Milliarde Euro. Diese Summe wollte Siemens nicht kommentieren.
Der Rückzug von Siemens aus den Solaraktivitäten steht seit Oktober 2012 fest. Der Konzern teilte damals mit, den Ausflug ins Solargeschäft zu beenden und sich von dem Solargeschäft zu trennen. Seitdem suchte Siemens nach einem Käufer. Weil der Preisdruck und die Überkapazitäten das Solargeschäft inzwischen wenig profitabel machen, wollte der Münchener Industriekonzern es abstoßen und sich künftig bei den Erneuerbaren Energien auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren. Siemens folgt damit dem Beispiel des US-Mitbewerbers General Electric, der im Sommer letzten Jahres den Bau einer Fabrik für Solarpanele im US-Bundesstaat Colorado stoppte und seine Aktivitäten in diesem Bereich auf Eis legte.
Solarthermie und Photovoltaik-Aktivitäten genügen nicht den Anforderungen, die Siemens konzernweit an ihre Aktivitäten stellt: 15 bis 20 Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital sollen es sein. Ein Analyst beurteilt den Ausstieg von Siemens damals als folgerichtig. "Solarthermie war wegen des Preisrückgangs bei Modulen schon seit 2011 nicht mehr gegenüber Photovoltaik wettbewerbsfähig," sagte Leonard Herbig, Analyst beim in Berlin ansässigem Zentrum für Solarmarktforschung. Herbig kritisiert auch, dass Siemens zu spät ins Solargeschäft eingestiegen sei und es von Anfang an nur halbherzig betrieben habe.
Die Siemens-Aktie legt am Montagvormittag 1,5 Prozent zu.
Mitarbeit: Ursula Quaas
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June 17, 2013 04:38 ET (08:38 GMT)
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