Von Sam Schechner und David Gauthier-Villars
PARIS--Die Vivendi SA will frischen Wind in den Bieterwettstreit um ihre Mehrheitsbeteiligung an der afrikanischen Maroc Telecom bringen: Der französische Medien- und Telekomkonzern drängt die France Telecom zu einem Gebot in letzter Minute für den Mehrheitsanteil, wie mit der Sache vertraute Personen sagten. In dem sich schon seit Monaten hinziehenden Verkaufsprozess war zuletzt nur noch ein offizieller Bieter übrig geblieben.
France Telecom habe ihrerseits schon seit Monaten geprüft, ob sie ihren Hut in den Ring werfen will, falls sich eine Gelegenheit biete. Doch bislang sei noch keine Entscheidung gefallen, sagten die informierten Personen weiter.
"Das ist etwas, das wir uns ansehen, weil es strategisch interessant ist, aber es liegt kein Gebot auf dem Tisch", sagte ein Sprecher von France Telecom.
Noch im April hatten Vivendi zwei Offerten von Unternehmen aus der Golf-Regionen für die 53 prozentige Beteiligung an Maroc Telecom vorgelegen. Am vergangenen Freitag zog einer der Interessenten, die Qatar Telecom ihr Kaufangebot offiziell zurück. Damit ist nur noch ein Bieter im Rennen, die Emirates Telecommunications Corp aus Abu Dhabi, auch bekannt als Etisalat, die bereits Geschäfte in verschiedenen Teilen Afrikas hat.
Vivendi, die mit Etisalat bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen möglichen Verkauf steht, habe France Telecom gedrängt, so bald wie möglich ein Gebot zu unterbreiten - teilweise auch, um damit Vivendis Verhandlungsposition zu stärken, sagten die mit der Sache vertrauten Personen.
Allerdings können Vivendi nicht mehr lange auf den heimischen Telekomkonzern warten, sonst riskiere sie, den letzten offiziellen Bieter zu verlieren.
Der französische Konzern hat in den vergangenen Monaten nach Offerten gesucht, die die Beteiligung an Maroc Telecom höher bewerten als die marokkanische Börse, wie mit der Sache vertraute Personen sagten. Der Börsenwert beläuft sich auf rund 4,2 Milliarden Euro. Ob sich die Offerte von Etisalat in diesem Rahmen bewegt, oder ob France Telecom bereit wäre, solch einen Preis für die Unternehmenskontrolle zu zahlen, ist unklar.
Der Verkauf von Maroc Telecom ist der Dreh- und Angelpunkt in Vivendis allgemeinen Anstrengungen, sich von ihren Telekom-Assets zu trennen und sich als kleineres Unternehmen mit einem Fokus auf Medienunternehmen aufzustellen. So will sich der Konzern auch von der französischen Mobilfunktochter SFR trennen.
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June 17, 2013 11:25 ET (15:25 GMT)
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