Der amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty
Global will Vodafone
Zuvor hatte die "Financial Times" unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, die Amerikaner hätten ein unverbindliches Angebot von etwa 85 Euro je Kabel-Aktie vorgelegt. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone bietet dem Vernehmen nach derzeit hingegen nur 81 bis 82 Euro je Anteilschein. Die Aktie von Kabel Deutschland reagierte mit einem Kurssprung auf die Meldung. In den ersten Handelsminuten kletterte das Papier um 3,4 Prozent.
VODAFONE WILL DEN GROSSEN WURF
Sowohl für Liberty als auch für Vodafone ist der Griff nach
Kabel Deutschland nicht der erste. Beide sind bereits gescheitert,
für beide wäre Kabel aber eine Perle in der Krone. Vodafone ist in
Deutschland bereits zweitgrößter Mobilfunker und stößt bei Breitband
an seine Grenzen. Daher rief Vodafone-Chef Vittorio Colao das Ziel
aus, Kunden europaweit kombinierte Telekommunikations-, Internet-
und Fernsehdienste anzubieten - zusammen mit Partnern oder im
Alleingang. Vor kurzem haben die Briten mit der Deutschen Telekom
Kabel-Aktien befinden sich im Streubesitz, was eine Übernahme kompliziert macht. Größter Aktionär ist der Finanzinvestor Blackrock mit rund zehn Prozent. Kabel Deutschland ist der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit rund 8,5 Millionen Kundenhaushalten. Der Umsatz erreichte im vergangenen Geschäftsjahr 1,7 Milliarden Euro.
TIEFE RIVALITÄT ZWISCHEN MALONE UND MURDOCH
Malone kämpft zwar gegen Vodafone um Kabel Deutschland, sein
eigentliches Ziel heißt aber Rupert Murdoch: Die beiden waren vor
Jahren Geschäftspartner und haben eine tiefe Rivalität entwickelt.
In Deutschland stehen sie sich als Konkurrenten im Fernsehmarkt
gegenüber. Murdoch versucht seit Jahren mit Sky Deutschland
Malone hat bereits gezeigt, dass er es ernst meint. Liberty
Global will im September mit seiner Multimedia-Plattform Horizon der
Deutschen Telekom
GENEHMIGUNG DES KARTELLAMTS ZWEIFELHAFT
Nun will Liberty sein Kabelnetz auf ganz Deutschland ausweiten. Obwohl Kabel Deutschland und die Liberty-Töchter sich nirgends direkt auf die Füße treten - Kabel deckt dreizehn Bundesländer ab, Liberty die restlichen drei - gilt es als zweifelhaft, ob das Kartellamt eine Übernahme genehmigen würde. Denn dann wäre das Kabelnetz, welches die Deutsche Telekom unter dem Druck der Wettbewerbshüter verkaufen musste, wieder in einer Hand./fn/men/kja
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AXC0040 2013-06-18/09:26
