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MÄRKTE EUROPA/Ende der Rezession treibt Euro-Stoxx auf 2-Jahreshoch

Von Thomas Leppert

Gute Konjunkturdaten aus Europa haben am Mittwoch für Kursgewinne an Europas Börsen gesorgt. Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,5 gewachsen. In Deutschland stieg das BIP im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent. In der Eurozone wurde ein Plus von 0,3 Prozent ausgewiesen, damit hat sie die Rezession hinter sich gelassen. "Europa hat am heutigen Tage die längste Rezession von sechs Quartalen beendet", hieß es von den Volkswirten der HSBC. Für das zweite Halbjahr sind sie optimistisch, positive Überraschungen könnte die Industrie sowie ein starker Export liefern.

An der Börse wurden die Nachrichten in Kursgewinne umgesetzt. Im Tageshoch notierte der Euro-Stoxx-50 mit 2.855,89 Punkten auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Gewinne konnte er allerdings nicht halten und schloss 0,4 Prozent fester bei 2.852 Zählern. Der DAX legte um 0,3 Prozent auf 8.438 Punkte zu.

Der Druck auf deutsche Anleihen hielt an. Das hatte am Vormittag erneut eine Auktion von zehnjährigen Bundesanleihen gezeigt. Die Erholung der Konjunktur in der Eurozone sorgte dafür, dass der sichere Hafen der Bundesanleihen weniger gefragt war. Eine Aufstockung der Bundesanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren konnte erst bei einer Rendite von 1,8 Prozent die Investoren begeistern.

Am Devisenmarkt verlor der Euro zum Dollar und notiert bei 1,3250. Marktteilnehmer führten dies auf die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik zurück. Die Renditen der US-Treasurys sind in den vergangenen Wochen deutlich in die Höhe geschossen. Sollten die Renditen zwischen den Anleihen aus der Eurozone und den USA auseinanderlaufen, dürfte der Dollar der Profiteur sein.

Am Aktienmarkt stellten RWE-Titel die Verlierer unter den europäischen Versorgerwerten. Die Aktie büßte 4,5 Prozent ein. RWE litt unter dem Boom von Sonnen- und Windstrom. Weil Strom aus Erneuerbaren Energien im Überfluss zur Verfügung stand, waren Kohle- und Gaskraftwerke von RWE seltener in Betrieb. Zudem war jüngst der Großhandelsstrompreis unter 37 Euro je Megawattstunde gefallen. Als kostendeckend gilt ein Preis zwischen 55 und 60 Euro. Auch die Aktie des Wettbewerbers E.ON stand unter Abgabedruck und gab 1,2 Prozent nach. Der europäische Sektor verlor 0,3 Prozent.

Trotz solider Geschäftszahlen sank die Aktie von ThyssenKrupp um 1,2 Prozent. Der deutlich unter den Prognosen gebliebene Gewinn wurde überwiegend von Sonderposten belastet. Operativ lief es besser als erwartet. Die Börse reagierte vor allem enttäuscht darauf, dass der Stahlkonzern keine neuen Erkenntnisse zu den Verkaufsverhandlungen zu Steel Americas lieferte. Auch sei weiter unklar, ob Thyssen eventuell eine Kapitalerhöhung durchführen müsse, hieß es.

Die Analysten der Deutschen Bank sahen den Schlüssel für die Kursentwicklung von ThyssenKrupp im erfolgreichen Verkauf der amerikanischen Stahlwerke. Sie empfahlen die Aktien zum "Halten" mit einem Kursziel von 18 Euro. Im Fall eines Scheiterns der Verkaufsverhandlungen sehen sie allerdings weiteres deutliches Abwärtsrisiko: Dann könnte der Kurs um 5 bis 8 Euro fallen.

Die Kurse der Telekommunikationsunternehmen wurden von Portugal Telecom ausgebremst, die um über 7 Prozent einbrachen. Die Portugiesen haben ihre Dividendenpolitik geändert und wollen nur noch 0,10 Euro je Aktie ausschütten. Zuletzt hatte Portugal Telecom mit 0,325 Euro je Aktie mehr als dreimal so viel ausgeschüttet. "Das belastet die Aktien der großen Player nicht stark, aber es nimmt ein bisschen die Fantasie aus den Dividendentiteln", sagt ein Händler. Der Sektor der europäischen Telekomwerte gab um 0,5 Prozent nach.

Europäische Schlussstände von Mittwoch, den 14. August 2013:

=== 
            Index               Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung 
                                   stand      absolut         in %          seit 
                                                                    Jahresbeginn 
Europa      Euro-Stoxx-50       2.852,08        10,47        +0,4%           8,2 
            Stoxx-50            2.760,19         3,44        +0,1%           7,1 
            Stoxx-600             308,62         0,83        +0,3%          10,3 
Frankfurt   XETRA-DAX           8.438,12        22,36        +0,3%          10,8 
London      FTSE-100            6.587,43       -24,51        -0,4%          11,7 
Paris       CAC-40              4.114,20        21,70        +0,5%          13,0 
Amsterdam   AEX                   379,62         1,98        +0,5%          10,8 
Athen       ATHEX-20              326,28        -1,61        -0,5%           5,4 
Brüssel     BEL-20              2.829,78        -2,54        -0,1%          14,3 
Budapest    BUX                18.632,31       -23,02        -0,1%           2,5 
Helsinki    OMXH-25             2.455,31         9,75        +0,4%          11,1 
Istanbul    ISE NAT. 30        91.651,15        25,97        +0,0%          -6,2 
Kopenhagen  OMXC-20               566,70        -1,37        -0,2%          14,2 
Lissabon    PSI 20              6.036,43        24,87        +0,4%           7,2 
Madrid      IBEX-35             8.789,30        30,80        +0,4%           7,6 
Mailand     FTSE-MIB           17.463,46        83,39        +0,5%           7,3 
Moskau      RTS                 1.356,34        17,49        +1,3%         -11,2 
Oslo        OBX                   464,38         3,44        +0,7%          13,2 
Prag        PX                    982,55        -0,49        -0,0%          -5,4 
Stockholm   OMXS-30             1.262,48         2,04        +0,2%          14,3 
Warschau    WIG-20              2.461,22        18,92        +0,8%          -4,9 
Wien        ATX                 2.507,14        14,21        +0,6%           4,4 
Zürich      SMI                 8.078,26        41,82        +0,5%          18,4 
 
DEVISEN   zuletzt  '+/- %  Mi, 7.44 Uhr  Di, 18.19 Uhr 
EUR/USD    1,3258  -0,06%        1,3266         1,3248 
EUR/JPY  130,0783  -0,32%      130,4989       129,9487 
EUR/CHF    1,2399   0,06%        1,2392         1,2373 
USD/JPY   98,1240  -0,25%       98,3650        98,0850 
GBP/USD    1,5532   0,58%        1,5442         1,5461 
=== 
Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com 
DJG/thl/flf 

(END) Dow Jones Newswires

August 14, 2013 12:40 ET (16:40 GMT)

Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.

© 2013 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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