DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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SPRUCH
"Nicht alles, was totgeschwiegen wird, lebt." (Karl Kraus)
TAGESTHEMA
EADS wird sich möglicherweise von Teilen seines Rüstungsgeschäfts trennen. "Wir werden sicher sehr genau hinschauen, welches Geschäft wir weiter betreiben sollten im Hinblick auf Rentabilität und Marktperspektive und welches Geschäft möglicherweise in einem Joint Venture oder unter anderer Eigentümerschaft eine bessere Zukunft haben könnte", sagte Konzernchef Tom Enders der Tageszeitung "Die Welt". In Zeiten schrumpfender Budgets seien Konsolidierungen in der Verteidigungsindustrie angesagt. Die Notwendigkeit für mehr industrielle Integration sieht Enders beispielsweise beim Eurofighter. Auch in der Marine- und Landsystemindustrie sei bislang relativ wenig passiert. Das Vorhaben von EADS, mit dem britischen Rüstungsunternehmem BAE Systems zu fusionieren, war im vergangenen Jahr am politischen Widerstand gescheitert. Darauf hatte Enders angekündigt, die Konzernstrategie auf den Prüfstand zu stellen. Dabei geht es insbesondere um die Zukunft des Verteidigungsgeschäfts.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
HENNES & MAURITZ
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (Angaben in Millionen Schwedische Kronen, Ergebnis je Aktie in Schwedische Kronen):
Operatives Erg Erg Erg/ 2Q 2012/13 Ergebnis vSt nSt Aktie MITTELWERT 6.304 6.436 4.877 2,96 Vorjahr 6.893 7.053 5.219 3,15
DIVIDENDENABSCHLAG
GSW Immobilien: 0,90 EUR Bechtle: 1,00 EUR Cancom: 0,35 EUR Allgeier: 0,50 EUR Capital Stage: 0,08 EUR
InterCard AG Inform.: 0,05 EUR
Sanacorp Pharmahldg.: 0,90 EUR
Steico: 0,10 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- GB
10:30 Bank of England (BoE), Protokoll der Sitzung des
geldpolitischen Rats vom 5./6. Juni
- US
16:30 DoE, Rohöllagerbestände (Woche)
20:00 Offenmarktausschuss der Notenbank (FOMC),
Ergebnis der Sitzung, 20:30 PK mit Fed-Chairman
Bernanke, Washington
Fed-Funds-Zielsatz
PROGNOSE: 0,00% bis 0,25%
zuvor: 0,00% bis 0,25%
AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN
11.30 DE/Auktion 1,50-prozentiger Bundesanleihen mit Laufzeit
Mai 2023 im Volumen von 5 Mrd EUR
11.30 PT/Auktion 6- und 18-monatiger Schatzwechsel im Volumen von
1,25 bis 1,5 Mrd EUR
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX zuletzt +/- % DAX 8.229,51 +0,17% DAX-Future 8.241,50 +0,62% XDAX 8.241,46 +0,62% MDAX 14.123,78 +0,54% TecDAX 959,02 +0,73% Euro-Stoxx-50 2.700,93 -0,07% Stoxx-50 2.662,16 -0,27% Dow-Jones 15.318,23 +0,91% S&P-500-Index 1.651,81 +0,78% Nasdaq-Comp. 3.482,18 +0,87% EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 143,35% -29
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Am Handelstag vor dem Ende der Offenmarktsitzung der US-Notenbank erwarten Analysten steigende Kurse. Nach dem europäischen Handelsschluss wird Fed-Präsident Ben Bernanke das Ergebnis der Sitzung bekannt geben. Angesichts der Fed-Anspannung dürften die DIW-Konjunkturprognose keine Rolle spielen. "Die Märkte haben die Fed-Sitzung im Blick und nichts anderes scheint sie bewegen zu können", so Analyst Andrea Tueni von der Saxo Bank. Die meisten Strategen gehen davon aus, dass die Fed ihre Wertpapierkäufe erst im kommenden Jahr reduziert und die Märkte dies bereits eingepreist haben. Auf Unternehmensseite dürften GSW Immobilien unter Druck geraten. Auf der Hauptversammlung entzogen die Aktionäre dem Vorstandschef nach zwei Monaten im Amt das Vertrauen. Allerdings handelt das Papier abzüglich 0,90 Euro Dividende. Zudem könnte der Bieterwettstreit um Kabel Deutschland zwischen Liberty Global und Vodafone weiter gehen. Einem Medienbericht zufolge soll Vodafone sein Angebot auf 85 Euro je Aktie aufgestockt haben.
Einen Tag bevor die Investoren endlich erfahren dürften, wann die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe reduziert, haben die europäischen Börsen am Dienstag überwiegend im Plus geschlossen. Neben dem etwas besser als erwartet ausgefallenen ZEW-Index trugen dazu auch steigende Kurse an der Wall Street bei. Allerdings sind Anleger mit dem Beginn der zweitägigen Offenmarktsitzung Fed weiter zurückhaltend - Händlern zufolge waren die Umsätze äußerst dünn.
DAX/MDAX/TECDAX
Im DAX verloren Automobilaktien, nachdem Daten zu den europäischen Absatzmärkten für Pkw enttäuscht hatten. BMW, Daimler und Volkswagen verloren bis zu einem Prozent. Infineon-Aktien gewannen dagegen 4,4 Prozent. Das Unternehmen stellt sich derzeit auf einer Investorenkonferenz vor. "Vermutlich spekuliert der eine oder andere darauf, dass Infineon etwas zu den Geschäften im laufenden Quartal erzählt", so ein Händler. Aktien von Kabel Deutschland legten 3,7 Prozent zu und markierten im Tagesverlauf bei 86,02 Euro ein neues Hoch. Vodafone und Liberty Global liefern sich einen Bieterwettstreit um das Unternehmen. Solarworld brachen dagegen um 15 Prozent ein. Zwar einigte sich Solarworld mit seinen Gläubigern. Jedoch verwässere der Deal die Anteile der Aktionäre, so ein Analyst
XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 8.230 (XETRA-Schluss: 8.242) Punkte
Angesichts des guten Wetters war nachbörslich nicht viel los, wie ein Händler sagte. Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der zweitägigen Fed-Sitzung am Mittwoch seien die Umsätze extrem gering gewesen. Kabel Deutschland legten bei geringen Umsätzen weitere um 1 Prozent auf 86,70 Euro zu. Zuvor hatten Medien berichtet, Vodafone habe sein Übernahmeangebot für den MDAX-Konzern auf 85 Euro pro Aktie aufgestockt.
USA / WALL STREET
Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Ergebnisse der zweitägigen US-Notenbanksitzung am Mittwoch haben die US-Börsen ihren Erholungskurs fortgesetzt. In Erwartung, dass die Fed die Märkte beruhigen und ihr Anleihekaufprogramm kurzfristig erst mal nicht zurückfahren werde, zogen die Indizes an. Bei den Einzelwerten stand vor allem die Übernahmeschlacht um Clearwire im Fokus. Sprint Nextel hatte Klage gegen Dish Network und Clearwire eingereicht, um die Tenderofferte von Dish für Clearwire zu verhindern. Sprint Nextel zogen daraufhin um 1,4 Prozent an, während Clearwire mit 1,5 Prozent im Minus schlossen. Boeing legten um ein Prozent zu und profitierten damit etwas von einem Auftrag der Fluggesellschaft Korea Air. Abwärts ging es dagegen für die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Hormel Food. Nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hatte, verloren die Aktien 3,6 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 17.34 Uhr EUR/USD 1,3393 -0,0% 1,3395 1,3409 EUR/JPY 127,5801 -0,1% 127,7535 127,9593 EUR/CHF 1,2312 -0,1% 1,2327 1,2318 USD/JPY 95,2680 -0,1% 95,3765 95,4540 GBP/USD 1,5636 -0,0% 1,5640 1,5629
"Alle warten auf das, was US-Noternbankpräsident Ben Bernanke sagt oder eben auch nicht sagt", fasst Devisenstratege Charles St-Arnaud von Nomura den asiatischen Devisenhandel zusammen. Im Vorfeld der Fed-Entscheidung zur künftigen Geldpolitik werde am Devisenmarkt nicht viel passieren, heißt es im Handel. Die Stärke des Euro seit Ende Mai überrascht Marktbeobachter, da es eigentlich für den Dollar positiv sein müsste, wenn die Fed ihre Anleihekäufe reduziert. Laut Helaba könnte sich der Euro jedoch bald wieder verbilligen. "Sollte eine Euro-freundliche Reaktion auch bei einer abwartenden Fed am Mittwoch ausbleiben, wäre es wohl ein Vorbote von Kursverlusten", lautet die Prognose der Analysten.
ROHSTOFFE
ÖL
Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 98,45 98,44 0,01 0,01 Brent/ICE 106,01 104,95 -0,0094 -0,01
Der WTI-Ölpreis legte zum Settlement um 0,7 Prozent auf 98,44 Dollar zu und markierte damit ein Neunmonatshoch. Die Eskalation in Syrien treibt seit geraumer Zeit den Ölpreis. Die G-8 hatte sich auf die Forderung einer Ablösung der syrischen Regierung verständigt. Anleger warten zuddem auf den Ausgang der US-Notenbanksitzung und wichtige chinesische Konjunkturdaten, die ebenfalls in dieser Woche veröffentlicht werden.
METALLE
Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.366,68 1.367,80 -0,1% -1,12 Silber (Spot) 21,63 21,69 -0,3% -0,06 Platin (Spot) 1.433,75 1.442,50 -0,6% -8,75 Kupfer-Future (Mai) 3,16 3,16 +0,0% +0,00
Belastet von dem geringen Anstieg der US-Inflation sank der Goldpreis zum Settlement um 1,2 Prozent auf 1.367 Dollar und kostet damit so wenig wie seit fast vier Wochen nicht mehr. Nachdem sich der Preis für die Feinunze Ende April auf 1.477 Dollar erholt hatte, ist er nun nur noch rund 45 Dollar von seinem Jahrestief entfernt. "Das einzige, das dafür sorgt, dass der Preis nicht noch weiter abrutscht, ist der schwächelnde US-Dollar. Würde der Greenback so viel kosten wie vor drei oder vier Wochen, wäre der Goldpreis längst auf neue Tiefststände abgerutscht", sagt Analyst Bill Baruch von ii Trader.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
KONJUNKTUR JAPAN
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
June 19, 2013 01:35 ET (05:35 GMT)
Der schwache Yen hat Japan im Mai zu einem überraschend kräftigen Exportwachstum verholfen. Doch ein robuster Importstrom sorgte zeitgleich dafür, dass die Handelsbilanz tief in den roten Zahlen blieb. Die Ausfuhren wuchsen um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ökonomen hatten nur ein Plus von 5,0 Prozent erwartet.
EINZELHANDEL DEUTSCHLAND
Der deutsche Einzelhandel ist deutlich besser als bisher angenommen ins zweite Quartal 2013 gestartet. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts stiegen die Einzelhandelsumsätze im April gegenüber dem Vormonat preis- und saisonbereinigt um 0,4 Prozent. In einer ersten Veröffentlichung hatten die Statistiker Ende Mai einen Rückgang um 0,4 Prozent gemeldet.
DEUTSCHLAND-ANLEIHE
Deutschland kommt mit der Platzierung des ersten Deutschland-Bonds voran. Konsortialführer sind einer gut informierten Person zufolge Barclays, die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ-Bank und HSBC. Die Ratingagentur Fitch dürfte die Bonität des Bonds mit "AAA" bewerten. Das Volumen des ersten Bund-Länder-Bonds wird wahrscheinlich bei rund drei Milliarden Euro liegen, wie die Finanzagentur mitteilte.
ÜBERNAHMEN UND FUSIONEN
Im Bieterstreit um den drittgrößten US-Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel zieht sich der Satellitenfernseh-Konzern Dish Network zurück und ebnet damit den Weg für eine Übernahme von Sprint durch den japanischen Telekomkonzern Softbank.
Die drei größten Containerreedereien der Welt schmieden eine Allianz: Künftig wollen die dänische Maerks Line, die französische CMA CGM und die in der Schweiz ansässige Mediterranean Shipping Company die drei wichtigsten Handelsrouten gemeinsam betreiben - und damit einer der schwersten Krise trotzen, die die Branche je gesehen hat.
DEUTSCHE BANK
kann an dem Verkauf der BHF Bank an den Finanzinvestor RHJI festhalten. Die Mehrheit der RHJI-Anteilseigner stimmte auf der Hauptversammlung gegen einen Antrag von Aktionären, die dem Kauf der BHF Bank einen Riegel vorschieben wollten.
GSW
Auf der Hauptversammlung ist es zum Eklat gekommen: Die Aktionäre entzogen dem neuen Vorstandschef nach grade mal zwei Monaten im Amt das Vertrauen. Mit 63,31 Prozent stimmten sie für einen entsprechenden Misstrauensantrag. Dieser Vorgang ist allerdings rechtlich nicht bindend.
FIAT
Chrysler gibt dem Druck der US-Behörden nach und ruft 1,6 Millionen Jeeps älterer Baujahre in die Werkstätten. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte seit einigen Wochen von Chrysler den Rückruf von 2,7 Millionen Jeeps gefordert, weil die Benzintanks bei einem Auffahrunfall Feuer fangen können. Es soll bereits 37 Vorfälle mit 51 Toten gegeben haben.
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(END) Dow Jones Newswires
June 19, 2013 01:35 ET (05:35 GMT)
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