In der juristischen Aufarbeitung der
Übernahmeschlacht zwischen der Porsche-Holding PSE
Das nun nach Hannover abgegebene Verfahren kreist um fast zwei Milliarden Euro Schadenersatzforderungen von Anlegerseite und ist damit der dickste Brocken unter den bisher sechs in Braunschweig anhängigen Fällen. Der Ortswechsel ist für die PSE eine ärgerliche Verzögerung - sie will alle Fälle endlich verhandelt sehen und betont von Anfang an, dass alle Vorwürfe unbegründet seien.
Hintergrund des juristischen Streits ist der schon etwa vier Jahre zurückliegende Übernahmekampf von Porsche gegen VW. Die Schwaben hatten sich bei dem Angriff verhoben und die Börse spielte zeitweise verrückt. Anleger sehen sich nun rückblickend fehlinformiert.
Die Entscheidung ist auch von Bedeutung für Volkswagen, da die PSE trotz des gescheiterten Übernahmekampfs noch der VW-Mehrheitsaktionär ist. In einem Burgfrieden hatten sich die einstigen Konkurrenten zusammengerauft und das Porsche-Sportwagengeschäft in zwei Schritten als neue Marke unter VW-Dach gestellt. Das verschaffte der einst hoch verschuldeten PSE wieder Luft. Sie will künftig mit ihren VW-Dividendenansprüchen in die Autowelt investieren und VW damit strategisch unterstützen. Doch das Risiko der Milliardenklagen hängt wie ein Schatten über dem Plan.
Der Gerichtswechsel verzögert das Procedere nun erneut vermutlich um Monate. Zunächst einmal muss das Landgericht Hannover die Überweisung des Falles akzeptieren - und dann müssen Termine für den Verhandlungsstart gefunden werden. Bevor der Fall in Braunschweig landete, hatte sich schon die Justiz in der Porsche-Heimat Stuttgart damit befasst und schließlich Verfahren gebündelt nach Niedersachsen abgegeben - dort hat Volkswagen in Wolfsburg seinen Firmensitz./loh/DP/zb
ISIN DE000PAH0038 DE0007664039
AXC0100 2013-06-19/12:33
