Vier Jahre nach der Pleite des einstigen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor ist der Schadenersatzprozess gegen frühere Topmanager des Konzerns in die zweite Runde gegangen. In einer Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Hamm wehrten sich am Mittwoch der frühere Konzernchef Thomas Middelhoff und drei weitere ehemalige Arcandor-Topmanager gegen ein Urteil des Essener Landgerichts, in dem ihnen in einem Fall Pflichtverletzung bescheinigt wurde. Doch auch der Arcandor-Insolvenzverwalter hat Berufung gegen die Entscheidung der ersten Instanz eingelegt.
Das Essener Landgericht hatte Middelhoff und drei weiteren Managern 2012 im Zusammenhang mit dem Verkauf des Wiesbadener Karstadt-Warenhauses eine "schuldhafte Pflichtverletzung" bescheinigt (Az.: 41 O 45/10). In vier weiteren Fällen hatte das Gericht die Klage des Insolvenzverwalters dagegen zurückgewiesen. Insgesamt forderte der Insolvenzverwalter im Essener Verfahren von den Managern Schadenersatz in einer Gesamthöhe von 175 Millionen Euro. Middelhoff selbst erschien nicht zur Verhandlung. Mit einem Urteil wurde am Mittwoch nicht gerechnet./rei/DP/she
AXC0119 2013-06-19/13:29
