Von Madeleine Nissen
Die Deutsche Bank ist im Streit mit der Stadt Los Angeles wegen der Verwahrlosung ganzer Wohngegenden günstig davongekommen. Als Treuhänder sei die Deutsche Bank verpflichtet für Reperaturen und andere Instandhaltungsarbeiten zu bezahlen, meinte die Stadt. Die Forderungen hieraus bezifferte sie auf mehrere hundert Millionen Dollar. Die tatsächliche Summe, auf die sich beide Parteien nun grundsätzlich geeinigt haben, liege aber weit darunter, sagte eine mit der Sache vertraute Person dem Wall Street Journal Deutschland.
Damit konnte sich die Deutsche Bank offenbar mit ihrer Argumentation durchsetzen, als Treuhänder nicht für die Instandhaltung der heruntergekommen Häuser zuständig zu sein. Beide Parteien hatten sich am Dienstag geeinigt.
Nachdem die Bewohner ihre Häuserkredite nicht mehr bedienen konnten, wurden diese von der jeweiligen Bank verbrieft und an Investoren verkauft. Diese wiederum beauftragten zwei Dienstleister: Einen Verwalter der Kredite und einen Treuhänder, der für die Verwaltung der Urkunden zuständig ist. Die Deutsche Bank war von den Investoren als Treuhänder bestellt worden.
Die Stadt Los Angeles hatte vor zwei Jahren gegen die Bank geklagt. Die verwahrlosten Häuser hätten nicht nur die Grundstückpreise gedrückt, sondern auch zu einer Erhöhung der Kriminalität in der verkommenen Gegend gesorgt, lautete der Vorwurf.
Die Deutsche Bank sah sich zu Unrecht in die Rolle des Slumlord gedrängt, eine Bezeichnung für ausbeuterische Eigentümer abbruchreifer Miethäuser. Die Klage richte sich gegen die Falschen, erklärte sie im Mai 2011. Vielmehr müssten die Verwalter für die Instandhaltung sorgen.
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June 19, 2013 10:09 ET (14:09 GMT)
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