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23.09.2016 | 18:06
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DailyFX·Mehr Nachrichten von DailyFX
Diese Woche brachte enorme Veränderungen in der Zentralbankpolitik der Bank of Japan: In diesem Artikel fassen wir eine weitere abenteuerliche Woche der Zentralbanken zusammen.

Anknüpfungspunkte:

- Diese Woche fanden die Sitzungen der Zentralbanken von Japan und den USA statt. Die Federal Reserve brachte nichts Neues, während die BoJ ihre Politik stark verändert.

- Die Bank of Japan zielt nun auf die Ertragskurve, insbesondere die der 10-Jahres JGB; die Federal Reserve wiederum blieb für 2016 restriktiv eingestellt, wurde aber für 2017 und später expansiver. -

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Die BoJ verändert ihre Politik: Die Sitzung der Bank of Japan vom Mittwoch brachte die "umfassende Überprüfung", von der die Bank seit ihrer Juli-Sitzung gesprochen hatte. Die Investoren begeisterten sich für eins von zwei Yen-Themen, die sich in letzter Zeit abgehoben hatten: Entweder ein schwacher Yen mit der Hoffnung auf mehr Stimulus, oder aber ein starker Yen mit dem Gedanken, dass die Bank bald keine Munition mehr hat. Und nachdem die BoJ im Januar mit der Einführung von Negativzinsen eine sehr aggressive Maßnahme ergriffen hatte, wurden die Märkte zunehmend skeptisch in Bezug auf die Machbarkeit eines anhaltenden Stimulus, der nun schon fast vier Jahre lang umgesetzt wurde. Diese umfassende Überprüfung war also eine große Sache, denn es könnte den ersten Schritt einer völlig neuen Strategie der BoJ darstellen, um die jahrzehntelange Deflation zu bekämpfen. -

In dieser Änderung der Politik, die am Mittwoch angekündigt wurde, sagte die BoJ, dass sie die Zinssätze der japanischen 10-Jahres-Staatsanleihen (JGB) anvisieren würde, wobei das Ziel sei, den Zins flach bei 0 - zu halten. Dies ist ein deutlich anderer Ansatz als zuvor, als sie sich auf die Anzahl der Staatsanleihen konzentrierte, die sie kaufte, also ungefähr ¥80 Billionen pro Jahr. Und dieser Ansatz schien zu funktionieren, zumindest zu Beginn, denn der Yen sank in den drei Jahren nach der Einführung der "Abenomics" um 50 %. Aber im Sommer des letzten Jahres begann China zu stagnieren, und die chinesischen Börsen brachen zusammen, was zu einem Anstieg im Yen führte, da die Investoren aus China einen sicheren Hafen suchten.

Die Dinge waren seither nicht mehr dieselben. Als Reaktion auf die Schwäche in China "werte" die PBoC den Yuan wieder "auf", indem sie ihn an einen Währungskorb fixierte, und nicht mehr nur am US Dollar. Und da die Federal Reserve damals eine Normalisierung in Aussicht stellte, die mit der September-Sitzung des FOMC im vergangenen Jahr hätte beginnen sollen, schien die "Aufwertung" des Yuan im August eine ziemlich gute Idee zu sein. Aber die Aufwertung schreckte die Weltmärkte auf, und kurz nach der Maßnahme der PBoC brachen die Aktien weltweit zusammen und stürzten so stark ab, dass die Federal Reserve nachgeben und auf ihre Zinsanhebung im September 2015 verzichten musste.

Als dann die Normalität in den US-Märkten mit zahlreichen Kommentaren von Fed-Mitgliedern, die eine expansive Geldpolitik befürworteten, wieder hergestellt worden war, stieg der Yen weiter und löschte dabei allmählich die "Arbeit" der BoJ nach drei Jahren Abenomics wieder aus. Dies veranlasste die Bank of Japan dazu, eine ziemlich überraschende und hoch theoretische Maßnahme zu ergreifen, und im Januar dieses Jahres führte sie Negativzinsen ein. Und für die BoJ war diese Maßnahme ungefähr einen Tag erfolgreich, denn der Yen sank nur einen einzigen Tag und stieg danach mehr als sieben Monate wieder an; damit löschte er ungefähr weitere 20 - der früheren Schwäche aus, die von den drei Jahren Abenomics angetrieben worden war.

BoJ wird steiler und Fed wird flacher: Eine Zusammenfassung der Zentralbank-Woche

Chart erstellt von James Stanley

Das ist sehr wichtig für die japanische Volkswirtschaft, die stark von den Exporten abhängt. Wenn der Yen stärker wird, bedeutet dies einen direkten Abzug von den Gewinnmargen der japanischen Unternehmen. Und jede Maßnahme, die die Zentralbank einführte, um den Yen abzuschwächen, war bisher offenbar erfolglos. Also musste etwas Neues passieren, da die frühere Strategie der BoJ darin bestanden hatte, a) die Grenzerträge zu reduzieren und b) ihre Präsenz in den wichtigsten Märkten wie in den japanischen Staatsanleihen zu stärken.

Diese Idee, die Zinsen der 10-Jahres-Staatsanleihen anzuvisieren und nicht die strikten ¥80 Billionen pro Jahr an Wertpapierkäufen, bedeutet, dass die BoJ sich selber etwas Flexibilität verschaffte, denn sie kann nun so viele oder so wenige Anleihen kaufen wie sie will, um die Ertragskurve "steiler" zu machen. Dabei hat sie aber auch die Fähigkeit, aktiv zu bleiben, ohne sich auf eine bestimmte Dauer festzulegen. Aber das ist wohl kaum ein Allheilmittel und könnte eine Art "ersten Schritt" für eine weitläufigere Strategie darstellen, welche die Bank und die japanische Regierung in den kommenden Monaten umzusetzen beabsichtigen; vielleicht mit einer stärkeren Zusammenarbeit auf der Steuerfront, um die japanischen Infrastrukturprojekte zu finanzieren. -

Wenn also am Mittwoch nun doch keine Bazooka abgefeuert wurde, wie viele von der Bank of Japan erwartet hatten, könnte diese Ankündigung und veränderte Strategie der BoJ dennoch erlauben, in den kommenden Monaten mehr zu tun, vielleicht sogar mit einer Koordination im Steuerwesen. Das Einzige, was klar ist, ist, dass die meisten Interessen in Japan auf ein Ziel zusteuern, und zwar die Ankurbelung der Volkswirtschaft, um aus einer jahrzehntelangen Deflation heraus zu kommen. Und da die Zinssätze weltweit unglaublich tief bleiben, besteht die Möglichkeit, mit künftigen QE-Unterfangen längerfristige Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen.

Die Geschichte des japanischen Stimulus ist wohl noch nicht zu Ende; und während die Feuerkraft der Bank in ihrer früheren Strategie gering ist, könnte die zusätzliche Flexibilität, die sie mit dieser Maßnahme erhält, den Ansatz der BoJ in den kommenden Monaten oder sogar Jahren neu beleben. -

Auf dem nachstehenden Chart sehen wir die Bewegung im USD/JPY kurz nach den Sitzungen der BoJ und des FOMC. Und während die Währung am Mittwoch stark abverkauft wurde, brachte dies die Kursbewegung auf eine wichtige Unterstützungszone, wobei der Kurs in eine projizierte Trendlinie und zum gesicherten psychologischen Level von ¥100,00 getrieben wurde.

BoJ wird steiler und Fed wird flacher: Eine Zusammenfassung der Zentralbank-Woche

Chart erstellt von James Stanley

FOMC: Vorbei bis November oder vielleicht eher Dezember

Dieser Teil wird deutlich kürzer ausfallen, denn hier gab es viel weniger neue Informationen. Wie allgemein erwartet wurde, hob die Fed die Zinssätze bei ihrer Sitzung vom Mittwoch nicht an. Ebenfalls wie erwartet, hielt sie an ihrer restriktiven Haltung fest und hob eine mögliche Zinsanhebung noch in 2016 hervor. Damit bot sie den Märkten das "restriktive Halten", das so viele vorausgesehen hatten. Aber deutlich anders waren die Erwartungen der Fed gegenüber den Zinssätzen über 2016 hinaus. Die Dot Plot Matrix wurde für jedes Jahr nach 2016 reduziert, obwohl die Fed den Rest dieses Jahres restriktiv bleibt. Und wie wir früher bereits angedeutet hatten, wies diese September-Sitzung des FOMC viele Ähnlichkeiten mit der vom September des letzten Jahres auf, als das "restriktive Halten" der Bank sogar noch eine stärkere Risikoaversion produzierte. Indem sie sich weiter in der Zukunft expansiver zeigt, wobei diese Erwartungen ehrlich gesagt wegen der starken Veränderungen in der Dot Plot Matrix in diesem Jahr ziemlich bedeutungslos sind, wurde die Angst vor dem "restriktiven" Teil der Haltung von "expansiven" Erwartungen gegenüber künftigen Zinsschritten gelindert.

Oder wir können diese Haltung auch anders formulieren - die Federal Reserve erwartet, dass sich die Ertragskurve wegen ihrer monetären Haltung abflacht, während die Bank of Japan nun aktiv beabsichtigt, die Ertragskurve steiler zu machen.

Das Drama um dieses Thema wird noch verschärft, weil wir in den kommenden Wochen von verschiedenen FOMC-Offiziellen hören werden: Tarullo und Kaplan halten Reden am Montag, Yellen am Dienstag, Bullard, Evans, Mester und George am Mittwoch; gefolgt von Lockhart, Powell und Kashkari am Donnerstag. -

Also werden wir wohl kaum das Ende der USD-Volatilität um die Erwartungen gegenüber politischen Maßnahmen des FOMC erlebt haben. Auf dem nächsten Chart sehen wir uns den US Dollar an, der nach der letzten Zentralbanksitzung einer projizierten Trendlinie entlang sank. Obwohl der USD höhere Tiefs verzeichnet, steht er auch mitten in tieferen Hochs. Dies deutet auf eine Schiebezone hin, die irgendwann zu einem Breakout führen wird. Die große Frage lautet, in welche Richtung, und die Antwort wird zumindest teilweise vom Chor der Fed-Redner in der kommenden Woche bestimmt werden.

BoJ wird steiler und Fed wird flacher: Eine Zusammenfassung der Zentralbank-Woche

Chart erstellt von James Stanley

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