FRANKFURT (Dow Jones)--Nach den enttäuschenden Daten zur Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes im Mai beurteilen Volkswirte die Aussichten für den deutschen Einzelhandel verhalten. Auch die Fußballweltmeisterschaft dürfte nur kurzfristige Impulse geben. Nach Einschätzung der Commerzbank-Volkswirte deuten die jüngsten Daten darauf hin, dass im Einzelhandel weiter Stagnation herrscht. Im Mai war der Umsatz gegenüber dem Vormonat real um 2,2% gesunken, während im Konsens ein Zuwachs um 0,3% prognostiziert worden war.
Mit einem leichten Rückgang im Mai sei zu rechnen gewesen, da der April-Wert durch die späte Lage von Ostern nach oben verzerrt gewesen sein dürfte, meinen die Commerzbank-Volkswirte. Sie hatten ein Minus von 1% prognostiziert. Zudem dürfte der Anstieg der Benzinpreise im April die reale Kaufkraft der Haushalte im Mai belastet haben. Positive Impulse könnten von Käufen im Vorfeld der WM (Haushaltselektronik und Fanartikel) ausgegangen sein, was von einem Anstieg der Umsätze in den Bereichen Bekleidung und Einrichtungsgegenstände auf Jahressicht untermauert werde.
Insgesamt sehen sie die Aussichten für den Einzelhandel weiter verhalten. Viel werde davon abhängen, wie stark die Vorzieheffekte zur Vermeidung der Mehrwertsteueranhebung ausfallen werden.
Auch HVB-Volkswirt Alexander Koch zeigt sich nach den Mai-Daten skeptisch über die weitere Entwicklung im Einzelhandel. Die Aussichten für ein weiteres Umsatzwachstum im zweiten Quartal nach einem voraussichtlichen Plus von 1% im Quartalsvergleich im ersten Vierteljahr hätten sich verschlechtert. Der Einzelhandelsumsatz habe im April und Mai zusammen um 0,7% niedriger gelegen als der Umsatz im ersten Quartal. Historische Daten von der Fußball-EM in Portugal und der -WM in Frankreich ließen zwar ein kräftiges Umsatzplus während der Weltmeisterschaft erwarten, doch müsse dies mindestens bei 3% gegenüber dem Vormonat liegen, um noch ein kleines Plus im zweiten Quartal insgesamt zu erreichen, meint Koch.
DJG/sgs/hab
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Mit einem leichten Rückgang im Mai sei zu rechnen gewesen, da der April-Wert durch die späte Lage von Ostern nach oben verzerrt gewesen sein dürfte, meinen die Commerzbank-Volkswirte. Sie hatten ein Minus von 1% prognostiziert. Zudem dürfte der Anstieg der Benzinpreise im April die reale Kaufkraft der Haushalte im Mai belastet haben. Positive Impulse könnten von Käufen im Vorfeld der WM (Haushaltselektronik und Fanartikel) ausgegangen sein, was von einem Anstieg der Umsätze in den Bereichen Bekleidung und Einrichtungsgegenstände auf Jahressicht untermauert werde.
Insgesamt sehen sie die Aussichten für den Einzelhandel weiter verhalten. Viel werde davon abhängen, wie stark die Vorzieheffekte zur Vermeidung der Mehrwertsteueranhebung ausfallen werden.
Auch HVB-Volkswirt Alexander Koch zeigt sich nach den Mai-Daten skeptisch über die weitere Entwicklung im Einzelhandel. Die Aussichten für ein weiteres Umsatzwachstum im zweiten Quartal nach einem voraussichtlichen Plus von 1% im Quartalsvergleich im ersten Vierteljahr hätten sich verschlechtert. Der Einzelhandelsumsatz habe im April und Mai zusammen um 0,7% niedriger gelegen als der Umsatz im ersten Quartal. Historische Daten von der Fußball-EM in Portugal und der -WM in Frankreich ließen zwar ein kräftiges Umsatzplus während der Weltmeisterschaft erwarten, doch müsse dies mindestens bei 3% gegenüber dem Vormonat liegen, um noch ein kleines Plus im zweiten Quartal insgesamt zu erreichen, meint Koch.
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