In Deutschland hat sich der Preisauftrieb im November etwas stärker beschleunigt als von Experten erwartet. Die Verbraucherpreise seien zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen in Wiesbaden mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte die Jahresinflationsrate noch bei 1,1 Prozent gelegen.
Der etwas stärkere Preisauftrieb geht aus Sicht der Commerzbank auf einen Basiseffekt zurück. Vor einem Jahr seien die Energiepreise nach dem Wirbelsturm bedingten Schock stärker gefallen als in diesem Monat, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Bankhauses.
MODERATE PREISENTWICKLUNG FÜR GESAMTJAHR 2007 ZU ERWARTEN
Steuerbedingte Preiserhöhungen dürften die Teuerung Anfang 2007 deutlich über 2 Prozent treiben. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich der Preisauftrieb aber wieder spürbar abschwächen, erwartet die Commerzbank. So seien weiter leicht rückläufige Rohölnotierungen und darüber hinaus fallende Lohnstückkosten zu erwarten. Mit 1,6 Prozent dürfte die Teuerung 2007 daher nur ähnlich hoch ausfallen wie im laufenden Jahr mit 1,7 Prozent.
Im Vergleich zum Vormonat sorgten gesunkene Heizölpreise und niedrigere Preise für Pauschalreisen für einen Rückgang des Preisniveaus um 0,1 Prozent. Experten hatten einen etwas stärkeren Rückgang um 0,2 Prozent erwartet.
Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland erhöhte sich im November um 1,5 Prozent zum Vorjahr (Oktober 1,1), während Experten mit einem Plus von 1,4 Prozent gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht Preisstabilität im Euroraum bei einer Jahresteuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet./jha/sk
AXC0141 2006-11-24/17:20
