Europas größter Pharmagroßhändler Celesio
Auch Celesio habe ein Konzept für eine eigene Apothekenkette in der Schublade, sagte der 54-jährige Firmenchef. In Großbritannien, Norwegen, Italien und den Niederlanden betreibt der Pharmagroßhändler bereits eigene Ketten. Komme die Marktöffnung, rechne er mit einem starken Anbieterwettkampf, so Oesterle. "Ich erwarte einen dramatischen Anstieg von Apotheken." Dieser werde zu sinkenden Preisen und einem ruinösem Wettbewerb führen. Bereits heute sei der Markt überversorgt. "Unter Versorgungsaspekten sind es zu viele Apotheken in Deutschland, vor allem die Verteilung ist nicht optimal."
Celesio (Umsatz 2005: 20,5 Milliarden Euro) wolle vor allem in Osteuropa wachsen. "Auch in Ländern wie Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien hat sich die Situation in den letzten drei, vier Jahren gebessert, getrieben durch die größere Nähe zur Europäischen Union. Diese Länder kommen für eine Expansion unseres Großhandels in Betracht."
Zum laufenden Gerichtsverfahren gegen den Arzneimittelhersteller
Pfizer in Großbritannien sagte er dem Blatt: "Wofür ich überhaupt
kein Verständnis habe, sind Pharmakonzerne, die unter Missbrauch
ihrer marktstarken Stellung und aus eigensüchtigen Gründen
versuchen, Distributionssysteme auf den Kopf zu stellen, um ein paar
Cent bei den Großhändlern zu sparen." Pfizer
ISIN DE000CLS1001 US7170811035
AXC0231 2007-03-01/19:00
