Die deutsche Reisebranche kann in diesem Jahr einer Studie zufolge mit einer stabilen Urlaubsnachfrage auf hohem Niveau rechnen. Im Januar haben 70 Prozent der Befragten eine Urlaubsreise geplant, nach 67 Prozent im Vorjahr, wie aus der Studie "Reiseanalyse 2007" der Kieler Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen /(F.U.R) hervorgeht. Dies sei der höchste Wert seit 2001. Damit seien weit über 60 Millionen Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer zu erwarten. 41 Prozent der Befragten hätten auch das Ziel bereits geplant, 29 Prozent hätten sich nur prinzipiell für einen Urlaub entschieden. Große Marktchancen hätten künftig alle Reisen mit Gesundheitselementen, sagte F.U.R-Wissenschaftler Peter Aderhold.
Im Jahr 2006 haben der Studie zufolge 48,6 Millionen Deutsche (74,7 Prozent) mindestens eine Urlaubsreise von fünf Tagen Dauer oder länger unternommen. Insgesamt seien 64,4 Millionen Urlaubsreisen unternommen worden nach 64,1 Millionen im Vorjahr. Insgesamt hätten die Deutschen dafür 53,9 Milliarden Euro ausgegeben, 500 Millionen mehr als noch 2005.
GESUNDHEITSREFORM KÖNNTE BELASTEN
"Die sichtbar bessere wirtschaftliche Lage und die in der Wahrnehmung geringere Bedrohung durch Terror lassen die Urlaubsintensität wieder ansteigen", sagte Urlaubsforscher Martin Lohmann. Laut Aderhold könnte sich die Diskussion um neue Belastungen wie die Gesundheitsreform aber wieder negativ auf die Zahl der Urlaubsbuchungen auswirken.
Die wirtschaftliche Situation des Einzelnen wirkt sich heute auch stärker darauf aus, ob jemand in Urlaub fährt. "Leute, die arbeitslos sind, reisen heute weniger als vor zehn Jahren, abgesehen davon, dass es mehr Arbeitslose gibt als vor zehn Jahren", sagte Aderhold. Seien 1996 noch 56 Prozent der Arbeitslosen in Urlaub gefahren, seien es im vergangenen Jahr nur noch 44,5 Prozent gewesen. "Die mittleren sozialen Schichten haben dafür gesorgt, dass die Reiseintensität wieder angestiegen ist, während sie in den unteren sozialen Schichten wieder zurückging", sagte Aderhold. Im Inland bleibt Bayern das beliebteste Urlaubsland, gefolgt von den Küstenländern, im Ausland baute Spanien seine Rolle als Favorit der deutschen Urlauber mit 14 Prozent aus.
IMMER HÄUFIGER MIT BILLIGFLIEGERN
Während sich Frauen im Urlaub stärker als Männer um sich selbst und die Kinder kümmern wollen, legen mehr Männer mehr als Frauen Wert darauf, unterwegs zu sein und viel zu erleben. Zwölf Prozent der Männer zielen im Urlaub auf Flirt und Erotik. Hingegen ist dies nur bei sieben Prozent der Frauen der Fall. Im Wesentlichen jedoch, mit mehr als 60 Prozent Zustimmung, suche der Urlauber im Urlaub den Abstand vom Alltag ohne Stress, sagte Ulf Lohmann.
Die Zahl der Urlauber, die mit Billigfliegern reisen, stieg von 11,4 Prozent im Jahr 2005 auf 12,4 Prozent. Im Jahr 2002 waren es noch 3,4 Prozent gewesen. Allerdings verlor die Bahn an Bedeutung als Verkehrsmittel für Urlaubsreisen, das Auto und das Flugzeug legten hingegen zu. "Es zeigt sich, dass die Deutschen immer weiter entfernt liegende Urlaubsziele gewählt haben und die Bedeutung des Flugzeugs damit immer stärker angestiegen ist", sagte Aderhold.
Während Reiseveranstalter wie TUI
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AXC0176 2007-03-07/16:10
