New York (BoerseGo.de) – Enttäuschende Unternehmensmeldungen der Dow-Schwergewichte Alcoa und Boeing haben den Großteil der US-Aktienbörsen ins Minus gezogen. Händler meinten, ein Rücksetzer nach der Rekordfahrt der vergangenen Tage sei im Allgemeinen erwartet worden. Während auch von Unternehmen wie Chevron und Monsanto tendenziell schlechtere Nachrichten an den Markt gelangten, sorgten bessere Konjunkturdaten für eine Abmilderung des Rücksetzers. Die US-Lagerbestände für den August stiegen nur um 0,1 Prozent und unterschritten damit die Konsensschätzung der Analysten von 0,3 Prozent. Volkswirte interpretierten dies als robuste Verfassung der Verbraucherstimmung. Dennoch beschäftigte die Wall Street die Möglichkeit weiterer enttäuschender Unternehmensergebnisse. Das mit im Durchschnitt mit 0,7 % Gewinnwachstum angegebene Ziel sei von den Unternehmen bisher nur knapp erreicht worden. Wenn man die heutigen Gewinnwarnungen dazu rechne, würde es sogar unterschritten, sagten Analysten. Einige Marktteilnehmer fragen sich daher, ob die Wahrscheinlichkeit einer Rezession nicht doch höher sei als bisher kalkuliert. Die Volkswirte von Standard & Poors glauben jedoch, dass mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Technologiefirmen in den nächsten zwei Wochen die derzeitige eher mäßige Bilanz einen deutlichen Schub nach oben bekommt. Dies könne dann weitere Kursgewinne in den Technologieindices auslösen. Sie waren heute die einzigen, die mit einem Plus aus dem Handel gingen.
Der Dow Jones Industrial verlor 0,6 Prozent auf 14.078,69 Punkte. Der S&P-500-Index schloss mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 1.562,47 Punkte. Der Nasdaq Composite-Index gewann 0,3 Prozent auf 2.811,61 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,3 Prozent auf 2.176,98 Punkte zu.
Alcoa - wie gewonnen so zerronnen
Die gestrigen Gewinne musste der Stahlhersteller Alcoa heute teilweise mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 38,73 Dollar wieder abgeben. Zwar stieg die Aktie nach Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal kurz an. Nach Abzug des Verkaufs einer Beteiligung in China verlor Alcoa unter dem Strich nicht nur beim Umsatz sondern auch beim Gewinn stärker. Dies bestrafte der Markt mit einem Rücksetzer.
Boeing mit Airbus-Syndrom
Der Flugzeughersteller Boeing leidet unter dem Airbus-Syndrom. Ähnlich wie der Konkurrent bei seinem Flagschiff A380 musste das Unternehmen am Mittwoch mitteilen, dass sich der Erstflug seines neuen Flugzeuges 787 wegen Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Bauteilen um weitere sechs Monate verschieben werde. Das Unternehmen hatte den Termin jüngst bereits von Oktober auf Dezember verschoben. Die Erstauslieferung der Maschine wird sich somit auch von Mai auf November oder Dezember 2008 verszögern, erklärte Boeing. Der Ausblick für Umsatz und Gewinn im Gesamtjahr sei durch die Ankündigung allerdings nicht gefährdet. Die Investoren überzeugte das nicht. Boeing verloren 2,7 Prozent auf 98,68 Dollar.
Costco Wholsale erreicht neues Allzeithoch
Der Warenhausbetreiber Costco Wholesale Corp. erwirtschaftete im vierten Geschäftsquartal einen Nettogewinn von 372,4 Millionen Dollar bzw. 83 Cents je Aktie und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die aufgrund der Hypothekenkrise von einer größeren Belastung des Unternehmens ausgegangen waren. Die Aktie legte um 9,2 Prozent auf 69,30 Dollar zu und notierte im Handelsverlauf mit 69,95 Dollar auf einem neuen Allzeithoch.
Chevron warnt vor schlechteren Q3 Ergebnissen
Titel des Ölkonzerns Chevron verloren 0,8 Prozent auf 92,08 Dollar. Der Ölkonzern hat die Prognosen zum dritten Quartal gesenkt und rechnet nun mit einem Nettogewinn der deutlich unter dem Niveau des Vorquartals von 5,4 Milliarden Dollar bzw. 2,52 Dollar je Aktie liegen wird. Die Revidierung sie auf Margeneinbußen gegenüber dem Vorquartal im Bereich von Raffinerieprodukten zurückzuführen. Zudem rechnet Chevron mit Sonderbelastungen von rund 700 Millionen Dollar sowie mit einem Sondergewinn von 260 Millionen Dollar aus dem Verkauf von Vermögensanlagen.
Auch International Paper enttäuscht
Mit deutlichen Kursverlusten quittierten die Anleger die Gewinnwarnung des Papierproduzenten International Paper. Das Unternehmen hat die Prognosen zum dritten Quartal gesenkt und rechnet jetzt mit einem Gewinn von 52 Cents je Aktie. Die von Thomson First Call erhobenen durchschnittlichen Analystenschätzungen lagen bei einem Gewinn von 63 Cents. Grund für die Warnung sind die geringer als erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken. Die Erlöse sollen bei rund 100 Millionen Dollar liegen. Zuvor ging International Paper von 110-140 Millionen Dollar aus. Die Papiere verloren 2,3 Prozent auf 36,18 Dollar
