DJ UPDATE: HSH Nordbank verklagt UBS auf 275 Mio USD Schadenersatz
(NEU: Stellungnahme UBS, weitere Details)
Von Peter Herkenhoff
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die HSH Nordbank AG, Hamburg, hat die schweizerische Großbank UBS AG wegen eines Wertverlustes bei dem von UBS gemanagten strukturierten Kreditportfolio "North Street 4" wie angekündigt verklagt. Die Landesbank fordert mindestens 275 Mio USD Schadenersatz vom Zürcher Institut. Das geht aus der Klageschrift hervor, die die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart Oliver & Hedges am Montag beim Obersten Gericht des US-Bundesstaates New York einreichte und in die Dow Jones Newswires Einsicht hatte.
Die HSH Nordbank wirft der UBS AG und ihrer Tochter UBS Securities LLC darin "betrügerische Handlungen" und "vorsätzliche Pflichtverletzung" im Zusammenhang mit einem Investment über 500 Mio USD aus dem Jahr 2002 vor. Die Landesbank habe dadurch einen Wertverlust von mehr als 275 USD erlitten.
Die auf Wirtschaftsprozesse spezialisierten US-Anwälte behaupten in der Klageschrift, UBS habe das strukturierte Kreditportfolio "North Street 4" auf Kosten von HSH zum eigenen Nutzen ausgebeutet. Damit habe UBS seine vertraglichen und treuhänderischen Pflichten verletzt. Investiert worden waren die 500 Mio USD von der Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel), die im Juni 2003 mit der Hamburgischen Landesbank zur HSH Nordbank fusionierte.
Die LB Kiel habe das Geld in Wertpapieren anlegen wollen, die mit einem Investmentgrade bewertet wurden, erklärte das Nachfolgeinstitut. Der Kapitalerhalt habe dabei im Vordergrund gestanden. Die UBS habe das Kapital dagegen in ein Vehikel investiert, das der UBS bereits am ersten Tag einen Gewinn von bis zu 120 Mio USD ermöglicht habe. Innerhalb eines Jahres habe die UBS ihren Gewinn dann auf "atemberaubende" 275 Mio USD verdoppelt.
Abweichend von den Präsentationen, Pflichten und vertraglichen Verpflichtungen gegenüber HSH habe UBS das Kreditportfolio "North Street 4" nicht als Investmentplattform betrachtet, sondern als Gelegenheit, HSH zu betrügen.
HSH Nordbank fordert das Gericht in der Klageschrift auf, die ursprünglich getätigte Transaktion zu annulieren. Alternativ soll das Gericht HSH Schadenersatz gewähren, dessen genaue Höhe im Zuge des Gerichtsverfahrens bestimmt werden soll. Außerdem verlangt HSH Zins- und Bußgeld-Zahlungen.
Die UBS wollte sich zum Inhalt der Klageschrift am Dienstag nicht im Detail äußern. Eine Sprecherin wies die Anschuldigungen jdoch "vollumfänglich" zurück und kündigte an, dass die UBS ihre Rechte entschieden verteidigen werde.
Die Produkte seien auf die Bedürfnisse der HSH Nordbank maßgeschneidert gewesen, sagte die Sprecherin weiter. UBS habe die HSH außerdem zu Vermittlungsgesprächen eingeladen. Die HSH habe dieses Angebot aber zurückgewiesen und es vorgezogen, öffentlich anzukündigen, dass sie die Angelegenheit vor Gericht bringen wolle.
Webseiten: http://www.hsh-nordbank.com/
http://www.ubs.com/
-Von Peter Herkenhoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 116,
peter.herkenhoff@dowjones.com
DJG/phe/rio
(END) Dow Jones Newswires
February 26, 2008 09:44 ET (14:44 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
