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ots.CorporateNews: Booz & Company / Booz & Company-Untersuchung: Islamic Finance verspricht ...

DJ ots.CorporateNews: Booz & Company / Booz & Company-Untersuchung: Islamic Finance verspricht ...

München (ots) - 
 
Marktpotenzial in Deutschland von 1,2 Milliarden Euro jährlich / 
International Wachstumsraten von 15 - 20% pro Jahr / Mehrheit der 
deutschen Muslime wünschen sich islamische Bau- und 
Konsumentenfinanzierung sowie Versicherungen / Bisher nutzen nicht 
einmal 5% der Muslime in Deutschland islamkonforme Bankprodukte / 
Deutsche Finanzdienstleister zögerlich 
 
Finanzprodukte, die den Vorschriften des Islam entsprechen 
(Islamic Finance), sind ein äußerst attraktiver Wachstumsmarkt. Die 
Bilanzsumme islamischer Banken wird Ende 2008 weltweit rund 500 
Milliarden US$ erreichen. Mit Wachstumsraten von durchschnittlich 
15-20% per annum in den letzten fünf Jahren bilden sie international 
einen der am schnellsten wachsenden Sektoren der Finanzbranche. Das 
Marktpotenzial für islamkonforme Bankprodukte in Deutschland beträgt 
rund 1,2 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle 
Untersuchung der Strategieberatung Booz & Company. Deutsche 
Finanzdienstleister haben die Möglichkeiten im deutschsprachigen Raum 
bislang nur zögerlich aufgegriffen und bieten lediglich wenige 
spezielle Finanzprodukte, um diesen attraktiven Nischenmarkt zu 
erschließen. 
 
"Wenn bei deutschen Banken die Beratung für Muslime in der 
Muttersprache des Kunden erfolgt, ist das schon viel. Dabei würden 
laut unserer Studie alleine in Deutschland mehr als eine halbe 
Million Menschen Shari´ah-konforme, also den religiösen Vorschriften 
des Islam entsprechende, Produkte kaufen", so Dr. Klaus-Peter 
Gushurst, Seniorpartner und Bankenexperte von Booz & Company. "Wir 
sehen in diesem Bereich ein enormes Potenzial, das noch weitgehend 
brachliegt. In anderen Ländern, etwa in Großbritannien, ist der Markt 
bereits viel weiter entwickelt." 
 
Chancen auch für den deutschsprachigen Raum 
 
Diese abwartende Haltung hat unterschiedliche Ursachen. "Bisher 
konzentrieren sich die deutschen Finanzdienstleister vor allem auf 
typisch muslimische Märkte wie Indonesien oder Saudi Arabien - mit 
beachtlichem Erfolg", erklärt Dr. Philipp Wackerbeck, Islamic Finance 
Experte bei Booz & Company. Diese Märkte sind schon allein durch den 
hohen Anteil an Muslimen sehr viel leichter zu erschließen. Doch auch 
für Deutschland sieht Wackerbeck gute Chancen. "Allerdings muss 
hierzulande der Markt praktisch von Grund aufgebaut werden. Denn 
bislang nutzen nur knapp 5% der Muslime diese speziellen Produkte. 
Einige haben darüber hinaus schlechte Erfahrung mit vermeintlich 
islamkonformen Investments gemacht." Allerdings haben über 60% der in 
Deutschland befragten Muslime erklärt, dass sie beispielsweise an 
islamkonformen Baufinanzierungen interessiert sind. 
 
Einen weiteren Hinderungsgrund sehen die Experten von Booz & 
Company in den gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Durch 
die Grunderwerbsteuer beispielsweise laufen Muslime in Deutschland 
Gefahr, bei islamkonformen Baufinanzierungen doppelt Steuern zu 
bezahlen. Nur wenn diese gesetzlichen Regelungen angepasst sind, 
können Islamic Finance Produkte mit klassischen konkurrieren. In 
Ländern wie Großbritannien ist dagegen längst Chancengleichheit 
hergestellt. 
 
Islamic Finance - ein System mit eigenen Regeln 
 
Islamic Finance funktioniert nach Regeln, die für Bankmanager aus 
westlichen Finanzsystemen zunächst nur schwer verständlich sind. Die 
Haupthürde: Der Islam verbietet Geldzinsen. Damit entfallen Produkte 
wie Sparkonten und Termingelder ebenso wie zinstragende Kredite. Die 
Problematik liegt auf der Hand: So darf etwa ein muslimischer Kunde 
für die Finanzierung eines Hausbaus oder den Kauf einer 
Eigentumswohnung keinen Kredit aufnehmen. Bei Kapitalanlagen, etwa 
bei Aktien oder Fonds, ist darüber hinaus das Investieren in Branchen 
wie Alkohol- und Tabakindustrie aber auch Banken und Versicherungen 
nicht zulässig. Entsprechen die Finanzprodukte diesen Vorgaben, 
müssen sie zudem noch von einem Shari´ah Board, einer Art 
Aufsichtsgremium aus islamischen Geistlichen, zertifiziert werden. 
Mittlerweile existieren in der Praxis eine Reihe erprobter, 
islamkonformer Lösungsmodelle, etwa eine Finanzierung über das so 
genannte "Murabahah-Modell". Dabei kauft die Bank die gewünschte 
Immobilie im Auftrag des Kunden und verkauft sie ihm mit einem 
entsprechenden Aufpreis gegen Ratenzahlung. Auf diese Weise entstehen 
keine Kreditzinsen. 
 
Islamic Finance stellt an Banken und Versicherungen, die dieses 
Segment erschließen möchten, eine Reihe spezifischer Anforderungen. 
Sie müssen unter anderem ein Shari´ah Board aufbauen und dies 
frühzeitig in die Produktentwicklung einbinden. Außerdem ist es 
notwendig, Vertriebspersonal für die spezifischen Anforderungen des 
Islamic Finance auszubilden und zu trainieren. Denn: Muslimische 
Kunden, die islamkonforme Produkte nachfragen, möchten nicht nur 
finanzielle Eckdaten kennen, sondern den Aufbau eines Produktes 
transparent nachvollziehen können. 
 
Banken, die diese Hausaufgaben erledigen, haben gute Perspektiven. 
In Großbritannien können Muslime bereits seit einigen Jahren 
Geldgeschäfte religiös korrekt abwickeln. So bietet die Islamic Bank 
of Britain seit 2004 eine breite Produktpalette an.  Gegenüber dem 
Vorjahr konnte sie 2007 ihre Kundenzahl um 40% steigern und 
verwaltete ein Vermögen von 135 Millionen Pfund (+60% ggü. 2006). Und 
sie ist längst nicht mehr Monopolist. Alleine vier Neugründungen von 
vollständig islamischen Banken zeigen, dass das Zeitfenster, an 
diesem attraktiven Markt teilzuhaben, für zögerliche Banken bald eng 
werden könnte. Erfahrene Finanzinstitute aus dem arabischen Raum 
signalisieren bereits Interesse, muslimische Kundenkreise in Europa 
vor Ort zu erschließen. Der Wettbewerb wird also deutlich zunehmen, 
sind sich die Experten von Booz & Company sicher. 
 
Über Booz & Company: 
 
Booz & Company ist mit 3300 Mitarbeitern in 57 Büros auf allen 
Kontinenten eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Zu den 
Klienten gehören  erfolgreiche Unternehmen sowie Regierungen und 
Organisationen. Unser Gründer Edwin Booz formulierte bereits 1914 die 
Grundlagen der Unternehmensberatung. Heute arbeiten wir weltweit eng 
mit unseren Klienten  zusammen, um die Herausforderungen globaler 
Märkte zu meistern und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Dazu 
kombinieren wir einzigartiges Marktwissen sowie tiefe funktionale 
Expertise mit einem praxisnahen Ansatz. Unser einziges Ziel: unseren 
Klienten jederzeit den entscheidenden Vorteil zu schaffen. Daher 
lautet unser Mission Statement: Essential Advantage. Informationen zu 
unserem Management Magazin strategy+business finden Sie unter: 
www.strategy-business.com . 
 
Originaltext:         Booz & Company 
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/44015 
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_44015.rss2 
 
Rückfragen und weitere Informationen: 
 
Robert Ardelt 
Manager Marketing & Communications 
Tel.: 089 / 54 52 5 529 oder 0170 / 22 38 529 
Fax:  089 / 54 52 5 602 
Email: Robert.Ardelt@booz.com 
Internet: www.booz.com/de 
 

(END) Dow Jones Newswires

July 22, 2008 05:43 ET (09:43 GMT)

© 2008 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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