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UPDATE: Industrie-Ordereingang in der Eurozone bricht im Mai ein

DJ UPDATE: Industrie-Ordereingang in der Eurozone bricht im Mai ein

(NEU: Weitere Einzelheiten, Kommentare von Bankvolkswirten) 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Auftragseingang in der Industrie der Eurozone hat sich im Mai unerwartet schwach entwickelt. Wie Eurostat am Mittwoch mitteilte, gingen im auftragsorientierten verarbeitenden Gewerbe 3,5% weniger Aufträge ein als im Vormonat. Ökonomen hatten einen Rückgang um 2,0% erwartet. Zugleich revidierte Eurostat den Ordereingang für April auf plus 2,0% nach unten, nachdem zunächst ein Zuwachs von 2,5% gemeldet worden war.

Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Auftragseingänge in der Eurozone im Mai um 4,4% niedriger, nachdem sie im April noch eine Zunahme um 12,3% (vorläufig: plus 11,7%) aufgewiesen hatten. Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Weltwirtschaft war dies die schwächste Entwicklung auf Jahressicht seit August 2003.

Bankvolkswirte zeigten sich angesichts der schwachen Auftragsentwicklung, die sich schon in den nationalen Daten abgezeichnet hatte, besorgt. "Das konjunkturelle Bild für die Eurozone wird somit immer düsterer, was das Dilemma der EZB - Konjunktureintrübung bei massiven exogenen Preisschocks - noch weiter verstärkt", sagte Christian Lips von der NordLB. Die NordLB-Prognose einer "roten Null" für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im zweiten Quartal dürfte eher noch am optimistischen Rand liegen, so der Ökonom.

Holger Schmieding von Bank of America verwies darauf, dass die Industriekonjunktur in der Eurozone nunmehr zum Stoppen kommt. Wenn die bestehenden Aufträge abgearbeitet seien, "dürfte die Produktion bald stagnieren", zeigte er sich wenig zuversichtlich. Zwar bestehe wegen des hohen Inflationsdrucks das Risiko einer weiteren Zinserhöhung durch die EZB, so Schmieding; angesichts der konjunkturellen Situation seien aber unveränderte Leitzinsen wahrscheinlicher.

Nach weiteren Angaben von Eurostat verzeichneten auf Monatssicht vor allem der Fahrzeugbau (minus 7,0%), das Textil- und Bekleidungsgewerbe (minus 4,2%) und der Maschinen- und Anlagenbau (minus 4,1%) im Mai deutliche Rückgänge bei den Bestellungen. Auf Jahressicht wurden in diesen Bereichen zudem noch deutlichere Minuswerte verzeichnet. Zudem zeigen die Daten, dass im Mai die Bestellungen aus Ausland den vierten Monat hintereinander rückläufig waren, was auch Folge der anhaltenden Euro-Stärke sein dürfte.

DJG/ptt/apo 
 

(END) Dow Jones Newswires

July 23, 2008 07:29 ET (11:29 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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