Die Angst vor einer steigenden Inflationsrate hat das Bausparen für viele Menschen in Bayern wieder attraktiver gemacht. Die LBS als größter Anbieter von Bausparverträgen im Freistaat steigerte die Zahl ihrer neuen Verträge zwischen Januar und Juni um 7,2 Prozent auf 127.598. "Gegen Geldentwertung und Zinsschwankungen kann man sich durch Bausparen und Wohneigentum absichern, das wird den Menschen in solchen Zeiten besonders bewusst", sagte der Geschäftsleitungssprecher der LBS Bayern, Franz Wirnhier, am Mittwoch in München.
2007 steigerte die LBS Bayern die Zahl der Neuverträge um 2,6 Prozent auf rund 249 000. Die Bausparsumme des Neugeschäfts stieg um 1,6 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Große Hoffnungen für das weitere Geschäft setzt Wirnhier vor allem auf neue Verträge mit einer Option auf Riester-Förderung, die seit Mittwoch von der LBS in Bayern angeboten werden. "Der Gesamteffekt aus der Förderung kann mehrere zehntausend Euro ausmachen", betonte er. Allerdings hängt die genaue Förderhöhe wesentlich stärker als bei der Eigenheimzulage vom Einzelfall ab und ist dadurch schwieriger zu berechnen.
Der Wegfall der Eigenheimzulage macht sich in Bayern auch in diesem Jahr noch deutlich bemerkbar. Bis Ende Mai seien die Baugenehmigungen nach dem beispiellosen Einbruch 2007 nochmals um rund zehn Prozent zurückgegangen, berichtete Wirnhier.
Gefragt ist dagegen die Finanzierung von Modernisierungsmaßnahmen. "Knapp zwei Drittel der Ein- und Zweifamilienhäuser in Bayern sind älter als 30 Jahre. Sie zählen zu den größten Energiefressern", sagte Wirnhier. Durch die explodierenden Rohstoffpreise sei das Interesse an einer Sanierung der Gebäude deutlich gestiegen. Allein im ersten Halbjahr des laufenden Jahres habe die LBS 15,5 Prozent mehr Modernisierungsprojekte finanziert als im Vorjahreszeitraum. "Dieses Geschäftsfeld wächst kontinuierlich", sagte Wirnhier. /dw/DP/sb
AXC0142 2008-07-23/14:44
