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ne-na.de/Wird der Fußball kaputt geschützt? - Bundeskartellamt stellt sich bei zentraler TV-Vermarktung der Bundesliga stur

DJ ne-na.de/Wird der Fußball kaputt geschützt? - Bundeskartellamt stellt sich bei zentraler TV-Vermarktung der Bundesliga stur

ne-na.de/Wird der Fußball kaputt geschützt? - Bundeskartellamt stellt sich 
bei zentraler TV-Vermarktung der Bundesliga stur 
 
Frankfurt am Mein/Düsseldorf, 20. August 2008 - Es wird wohl nicht zum 
Untergang des deutschen Fußballs kommen, aber die Entscheidung des 
Bundeskartellamtes http://www.bundeskartellamt.de, das von der Deutschen 
Fußball-Liga (DFL) http://www.dfl.de geplante TV-Vermarktungsmodell 
abzulehnen, hat für großen Unmut gesorgt. Nach Ansicht des Kartellamtes 
stellt die Zentralvermarktung der Fernsehrechte durch die DFL eine 
Kartellvereinbarung dar, die aber nur zulässig sei, wenn der Verbraucher 
angemessen an dessen Vorteilen beteiligt werde. Diese Vorteile definiert das 
Kartellamt unter anderem in der Zusammenfassung der Erstliagspiele vor 20 
Uhr im frei empfangbaren Fernsehen. 
 
Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach vom drohenden Verlust der 
internationalen Wettbewerbsfähigkeit, DFL-Präsident Reinhard Rauball sieht 
den deutschen Fußball um Jahre zurückgeworfen. Nun wird es erst einmal keine 
höheren Einnahmen aus den TV-Geldern für die Bundesliga-Vereine geben. ,,Das 
wird sich negativ auf die Spielqualität auswirken. Das Volksgut wird mehr 
und mehr leiden. Bis am Ende der deutsche Profi-Fußball auf griechischem 
Niveau angekommen ist. Er wurde dann kaputt geschützt", kommentiert Marco 
Klewenhagen im Sponsoringmagazin Sponsors http://www.sponsors.de. Unter dem 
Strich habe das Kartellamt eine Entscheidung getroffen, ,,die mit der 
Wirklichkeit der europäischen Fußball-Ligen nur wenig zu tun hat", meint der 
Sponsors-Mitherausgeber. 
 
80 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr zu den bisherigen 420 Millionen 
hatten sich die Vereine der ersten und zweiten Liga vom neuen 
Vermarktungsmodell versprochen. Weil die beiden Ligen dabei im Verhältnis 79 
zu 21 beteiligt werden, hätten sich alleine die 18 Ertsligaclubs 64 
Millionen Euro Zusatzeinahmen teilen können - Peanuts im internationale 
Vergleich: ,,Die 20 Vereine der englischen Premier-League strichen in der 
abgelaufenen Spielzeit allein 1,2 Mrd. Euro an TV-Geldern ein", bereichtet 
die Tageszeitung Die Welt http://www.welt.de. Neue Geldquellen scheinen 
nicht in Sicht. Denn die Einnahmen aus Merchandising, Trikot-Sponsoring und 
Ticket-Verkauf gelten trotz neuem Dauerkartenrekord als weitgehend 
ausgereizt. Und: ,,Geld von Sportwetten-Anbietern, die sich international 
stark im Sponsoring engagieren, fließt hierzulande wegen des staatlichen 
Wettmonopols nur spärlich", so das Blatt. ,,Die Argumente des Kartellamtes 
sind sehr konstruiert und anmaßend: Wer bitte definiert denn, dass eine 
Zusammenfassung im Free-TV vor 20 Uhr verbraucherfreundlicher ist als eine 
spätere Zusammenfassung der Erstligaspiele", kommentiert Peter Schatton, 
Vorstand des Düsseldorfer Sportwettenanbieters Top-Wetten AG 
http://www.top-wetten-ag.de, gegenüber pressetext. Schließlich würden auch 
Berichte über die beiden Sonntagspartien erst nach 22 Uhr im frei 
empfangbaren Fernsehen gezeigt, und das seien oft sogar Top-Spiele. Fußball 
sei derzeit für den Fan in keiner europäischen Top-Liga so günstig zu 
bekommen wie in Deutschland, so Schatton. 
 
Die DFL hat unterdessen angekündigt, rechtliche Schritte gegen das 
Kartellamt einzuleiten, nachdem die Behörde auch einen neuerlichen 
Kompromissvorschlag abgelehnt hat. Der Ligaverband hatte angeboten, die 
Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen vor 20 Uhr selbst zu 
produzieren und auf ihrem eigenen Ligakanal im digitalen Fernsehangebot in 
der Zeit zwischen 19:30 und 20 Uhr zu senden. Für das Bundeskartellamt war 
jedoch auch in dieses Modell nicht im Sinne der Verbraucher. Am Rande des 
Trainingslagers der Fußball-Nationalmannschaft in Herzogenaurach hat sich 
auch DFB-Team-Manager Oliver Bierhoff kritisch gegenüber der 
Kartellamtshaltung geäußert. Die Welt zitiert ihn: ,,Die gesellschaftliche 
und wirtschaftliche Bedeutung des Fußballs wird in Deutschland trotz aller 
Sonntagsreden der Politiker immer wieder unnötig in Frage gestellt und somit 
nicht angemessen gewürdigt. Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn 
wie in den USA oder Italien die ganze Liga streikt und damit den 
Spielbetrieb an mehreren Wochenenden einstellt." Eine Meldung vom 
medienbüro.sohn. Für den Inhalt ist das medienbüro.sohn verantwortlich. 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

August 20, 2008 05:04 ET (09:04 GMT)

© 2008 Dow Jones News
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