Die Ölpreise sind am Donnerstag nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen wieder ins Minus gedreht. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober 117,32 Dollar und damit 83 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Zuvor war der WTI-Preis auf bis zu 120,50 Dollar gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung wurde zuletzt mit 115,81 Dollar gehandelt. Das waren 42 Cent weniger als am Mittwoch.
Händler begründeten die Kursverluste vor allem mit dem wieder stärkeren US-Dollar. Überraschend robuste Wachstumsdaten zum zweiten Quartal hätten die Währung beflügelt und mithin die Ölpreise unter Druck gesetzt. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums ist die größte Volkswirtschaft der Welt im zweiten Vierteljahr auf das Jahr hochgerechnet um 3,3 Prozent gewachsen. Das ist wesentlich mehr als Experten zuvor angenommen hatten.
Gleichwohl verwiesen Experten auf Angebotsrisiken, die die Ölpreise stützen dürften. "Der Tropensturm Gustav hält den Ölmarkt weiter in Atem", schreibt die Commerzbank in einer Studie. Der Sturm dürfte sich zu einem Hurrikan der Stufe drei entwickeln und am Wochenende die ölreiche Region im Golf von Mexiko erreichen. Zahlreiche Ölgesellschaften haben bereits mit der Evakuierung der Öl-Plattformen begonnen.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist unterdessen auf 111,79 Dollar je Barrel gestiegen. Das waren 1,28 Dollar mehr als am Dienstag, teilte das OPEC-Sekretariat am Donnerstag mit. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells./bf/js
AXC0182 2008-08-28/17:33
