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Viele Tarifabschlüsse in Deutschland im 1. Halbjahr über 4%

DJ Viele Tarifabschlüsse in Deutschland im 1. Halbjahr über 4%

WIESBADEN (Dow Jones)--Die Tarifabschlüsse in Deutschland sind im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich höher ausgefallen als in den Vorjahren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, lagen viele Tarifabschlüsse zwischen Januar und Juni über 4%. In diesem Zeitraum gab es einen Anstieg der Verbraucherpreise von bis zu 3,3% (Juni gegenüber dem Vorjahresmonat).

Tarifabschlüsse von 4% und mehr erzielten die Beschäftigten im ersten Halbjahr beispielsweise in der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen und in den neuen Ländern sowie in der chemischen Industrie. Auch im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen stiegen die Tarifverdienste durchschnittlich um über 4%.

In den Bundesländern, für die seit Oktober 2005 ein eigener Tarifvertrag gilt, gab es nach mehreren Nullrunden eine Tariferhöhung von 2,9%. In der Textilindustrie, im Einzelhandel und im Hotel- und Gastgewerbe stiegen die Tarifverdienste mit 3% oder mehr deutlich stärker als in den Vorjahren. In anderen Branchen, wie beispielsweise im Metallgewerbe oder in der Süßwarenindustrie, wurden Tariferhöhungen wirksam, die bereits 2007 vereinbart worden sind. Diese fielen aber häufig geringer aus als die Abschlüsse im Jahr 2008.

Derzeit gibt es in fünf Bauberufen, im Elektrohandwerk, im Gebäudereinigungshandwerk und bei Briefdienstleistern allgemeinverbindliche, branchenspezifische Mindestlöhne. Sie lagen am 1. April 2008 zwischen 6,58 EUR in der Gebäudereinigung in den neuen Ländern und 12,50 EUR für Fachwerker, Maschinisten und Kraftfahrer im Baugewerbe im früheren Bundesgebiet.

Weitere acht Branchen, darunter die Zeitarbeit sowie das Wach- und Sicherheitsgewerbe, haben allgemeinverbindliche Mindestlöhne beantragt. Voraussetzung dafür ist, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf Mindestlöhne einigen und die Tarifverträge bereits für mehr als die Hälfte der Beschäftigten in dieser Branche gelten. Zunehmend werden aber auch verbindliche Lohnuntergrenzen für Branchen mit geringerer Tarifbindung gefordert, wie beispielsweise für die Fleisch verarbeitende Industrie, das Hotel- und Gastgewerbe sowie das Friseurgewerbe.

Webseite: http://www.destatis.de 
 
   DJG/kth 
 

(END) Dow Jones Newswires

August 29, 2008 02:33 ET (06:33 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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