Die Verhandlungen zur Übernahme
der angeschlagenen Dresdner Bank durch die Commerzbank
Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller sagte dem Radiosender hr-iNFO (Samstag), in den seit Monaten geführten Verhandlungen sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen: "Es gibt noch kein Ergebnis." Müller - bis Mitte Mai Vorstandschef der zweitgrößten deutschen Bank - betonte, die Commerzbank sei finanziell in der Lage, die Dresdner Bank zu übernehmen: "Der Vorstand der Commerzbank würde keine Verhandlungen führen, von denen er glauben muss, dass er sie nicht finanzieren kann."
Am Freitag hatten sich Meldungen verdichtet, dass die Dresdner- Bank-Mutter Allianz ihre angeschlagene Banktochter mehrheitlich an die Commerzbank verkaufen wird. Der Münchner Versicherungskonzern bestätigte "fortgeschrittene Gespräche zur weiteren Entwicklung der Dresdner Bank". Es sei aber noch offen, "ob diese zu einem Abschluss" führten, hieß es in einer Pflichtmitteilung aus München.
KREISE: ÜBERNAHME IN ZWEI SCHRITTEN
Die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erfuhr indes aus Finanzkreisen, der Allianz-Vorstand habe sich auf die Grundzüge eines Verkaufs der Dresdner Bank an die Commerzbank geeinigt. Das berichteten auch mehrere Zeitungen übereinstimmend. Die Dresdner Bank war infolge der Finanzmarktkrise tief in die roten Zahlen gerutscht.
Nach dpa-AFX-Informationen ist eine Übernahme der Bank in zwei Schritten angestrebt. Ein neues Institut aus Commerzbank und Dresdner Bank wäre mit einer Bilanzsumme von knapp 1,1 Billionen Euro deutliche Nummer Zwei in der deutschen Bankenbranche hinter der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von fast 2 Billionen Euro. Arbeitnehmervertreter befürchten den Verlust tausender Arbeitsplätze./jb/DP/das
ISIN DE0008032004 DE0008404005
AXC0001 2008-08-30/03:35
