5. September 2008
Marktbericht der Börse Stuttgart KW 36, 01.09. bis 05.09.2008 Auslandsaktien
Ölpreis und Rohstoffpreise unter Druck Fluggesellschaften gesucht Emerging Markets unter den Verlierern
Durch den Feiertag am Montag, konnten sich die Anleger in den USA über ein verlängertes Wochenende freuen. Für den Handel am Dienstag standen die Vorzeichen durch die positive Vorlage der europäischen Börsen recht gut. Daher war es auch kein Wunder, dass die Anleger eine feste Tendenz in den ersten Handelsminuten erlebten. Doch zum Ende der Börsensitzung ging dem Markt die Puste aus und er drehte sogar noch leicht ins Minus. Die Ursache lag im deutlichen Rückgang des Ölpreises. Zu den Verlierern gehörten Werte wie Chevron (WKN: 852552) und ExxonMobil (WKN: 852549) mit einem Abschlag von über drei Prozent. Aber auch andere Rohstoffwerte mussten Verluste hinnehmen. Auf fallende Metallpreise reagierten die Aktien von Alcoa (WKN: 850206) mit einem Minus von über fünf Prozent, die damit die rote Laterne in Dow Jones inne hatten. Auf der anderen Seite gab es mit den Fluglinien auch Werte, die vom Ölpreisrückgang profitieren konnten. Die gesamte Luftfahrtbranche konnte zweistellige Tagesgewinne erzielen. Im Pharmabereich bekamen die Werte Schering-Plough (WKN: 850469) und Merck (WKN: 851719) den Gegenwind zu spüren, der aus nicht unumstrittenen Studienergebnissen herrührte. Diese beiden Aktien gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Am Mittwoch veröffentlichte die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht, der jedoch keine große Auswirkung auf den Markt hatte. Die Marktteilnehmer zeigten sich generell unentschlossen. Auffallend war jedoch der Finanzsektor. Einem Bericht zufolge möchte sich die größte Japanische Bank (Tokyo Mitsubishi UFJ) an Lehman Brothers (WKN: 891041) beteiligen. Daraufhin stieg der Aktienkurs um über fünf Prozent. Positive Nachrichten bei AMBAC (WKN: 882277) beflügelten den Wert um über 22 Prozent. Durch die bekannt gegebenen Absatzzahlen im Automobilsektor, standen die Aktien von General Motors und Ford im Rampenlicht. Bei General Motors fiel der Kursgewinn mit fast sechs Prozent deutlicher aus. Dies lag daran, dass man den Absatz zum Vormonat deutlich steigern konnte. Außerdem stimmte der abgegebene Ausblick die Anleger freundlich. Die Stahlwerte wie Alcoa und United State Steel (WKN: 529498) waren wiederum auf der Verliererseite anzutreffen. Momentan setzt sich die Überzeugung durch, dass wir an den Rohstoffmärkten die Höchststände gesehen haben, resümierte Marc Pusch von Baader Bank AG in Stuttgart den Kursverlauf. Unter Abgabedruck litten auch die Chipwerten aus Sorge vor einer Abschwächung der Weltkonjunktur. So verloren die Aktien von Intel (WKN: 855681) über vier Prozent und Qualcomm (WKN: 883121) verbilligte sich um über drei Prozent.
Der lethargische Handel in Japan setzte sich auch in dieser Woche fort und der Nikkei-225-Index verlor bei schwachen Umsätzen 211 Zähler. Mit einem Stand von 12.557 Punkten schließt die Börse in Tokio die vierte Woche in Folge unter der Dreizehntausender-Marke und die Stimmung bei den Marktteilnehmern ist dementsprechend pessimistisch stellte Björn Marten von der Baader Bank AG in Stuttgart fest. Der überraschende Rücktritt von Ministerpräsident Yasuo Fukada war natürlich noch eine zusätzliche Belastung für den japanischen Markt. Die jetzt einsetzenden Kämpfe der potenziellen Nachfolgekandidaten sind natürlich nicht förderlich für ein Börsenumfeld das eigentlich nach positiven Nachrichten sucht, so Marten.
Der gesamte Emerging Market Sektor verlor in der vergangen Woche wieder erheblich an Boden. Die Aktienmärkte in Brasilien, Russland, Thailand und China verloren zwischen 5 und 10 Prozent an Wert. "Bei den meisten Emerging Market Börsen spielen die stark korrigierten Rohstoffpreise eine erhebliche Rolle. Indexschwergewichte wie die brasilianische Petrobras (WKN: 899019) oder Vale do Rio Doce (WKN: 897998), die in den vergangenen zwei Jahren die Indices nach oben katapultiert haben, werden nun verkauft und sorgen für dicke Minuszeichen. Die politische Unruhe in Thailand verdirbt ebenfalls die Laune, in Schwellenländern zu investieren. Selbst Schnäppchenjäger halten sich im aktuellen Umfeld eher zurück, erklärte Steffen Kircher von der Baader Bank in Stuttgart.
Die Rohstoffmärkte haben eine turbulente Woche hinter sich. Beim Goldpreis stoppte zum Wochenstart die Aufwärtsbewegung, die man mittlerweile nur noch als technische Reaktion bezeichnen kann. Am Dienstag fiel das Gold wieder unter die Marke von 800 Dollar, die auch am Mittwoch unterboten wurde. Der Kampf um diese Marke hielt auch am Donnerstag an, wobei momentan die Bullen die Oberhand haben. Die Feinunze Gold wird aktuell bei 809 Dollar gehandelt. Nahezu parallel verhält sich dazu das Silber. Die Aussagen zum Gold lassen sich auf das Silber bei der Marke von 13 Dollar problemlos übertragen. Auch bei anderen Metallen sind ähnliche Tendenzen zu verzeichnen. In dieses Bild passte auch die Nachricht, dass ein Hedgefonds aufgrund erheblicher Fehlspekulationen an den Rohstoffmärkten am Dienstag geschlossen werden musste. Der Markt zeigte sich verunsichert. Es wird nicht mehr ausgeschlossen, dass sich dem noch weitere Funds anschließen müssen.
Auch beim Öl ging es weiter bergab. Zum Vorwochenschluss notierte das Öl noch bei 112,69 US-Dollar. Am Dienstag fiel das Barrel mit 104,05 Dollar auf den tiefsten Stand seit April. Die Marktteilnehmer sind immer mehr der Meinung, dass die Weltkonjunktur weiter rückläufig sein wird. Bis zum Donnerstag konnte die Talfahrt vorerst unterbrochen werden, aktuell liegt der Preis bei rund 106 Dollar.
Quelle: boerse-stuttgart AG / Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen (http://www.boerse-stuttgart.de/AGB.htm) der boerse-stuttgart AG.
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